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Hier erfahren Sie mehr über den Wolf in Hessen

Immer wieder mal traut sich ein Wolf nach Hessen. Einzelne Tiere, die meist nur kurze Zeit beobachtet werden.

Bereits in den achtziger Jahren gab es Hinweise auf ein wolfsähnliches Tier im Taunus, das dann schließlich bei Bad Camberg (Kreis Limburg–Weilburg) erlegt wurde. Seine Artzugehörigkeit ist bislang ungeklärt. Am Edersee konnte 1994 ein Wolf gefilmt werden, der auch deutliche Trittsiegel hinterließ. Auch im Werra-Meißner-Kreis wurde 2009 ein mutmaßlicher Wolf beobachtet, der aber nie wieder in Erscheinung trat. Im Januar 2011 wurde schließlich im Umland von Gießen ein Wolf fotografiert, der von einem Fahrzeug angefahren worden war. Im Reinhardswald bei Kassel erfreute sich der Wolf „Reinhard“ fünf Jahre lang großer Beliebtheit bei der Bevölkerung. Trotz seiner gelegentlichen Übergriffe auf Nutztiere. Forstleute und Spaziergänger bekamen ihn relativ häufig zu Gesicht. Im April 2011 wurde er verendet gefunden.

In den letzten Jahren erhielten wir auch aus dem Raum Taunusstein (Rheingau-Taunus-Kreis) vage Hinweise auf ein wolfsähnlich aussehendes Tier, das stets in Waldnähe beobachtet wurde. Eine angebliche Sichtung bei Usingen (Hochtaunuskreis) ließ sich nicht weiter erhärten.

Im Dezember 2011 wurden bei Odersbach (Kreis Limburg-Weilburg) und in der Nähe von Beilstein (Lahn-Dill-Kreis) ebenfalls wolfsähnliche Tiere gesehen. Die Fotos eines Mobiltelefons waren allerdings zu unscharf, um einen Wolf belegen zu können.

Im Main-Kinzig-Kreis wurde im Januar 2012 ein Tier beobachtet, das seinen rechten Hinterlauf nachzog. Die Beschreibung erinnerte an jenen verletzten Wolf, der ein Jahr zuvor im Landkreis Gießen fotografiert wurde. Ein Video und etliche Fotos, die im Februar 2012 im rheinland-pfälzischen Westerwald gelangen, dokumentierten ein ähnlich aussehendes Tier, das ebenfalls „hinten rechts“ hinkte. Dieser Wolf wurde Ende April 2012 bei Hachenburg (RLP) von einem Jäger erschossen. Die DNA-Analyse ergab, dass er tatsächlich jenes Tier war, das 2011 bei Gießen angefahren wurde.

Im März 2015 wurde auf der A66 bei Bad Soden-Salmünster (Main-Kinzig-Kreis) eine tote Wölfin gefunden. Das Tier gehörte zur „mitteleuropäischen Tieflandpopulation“, kam also aus dem deutschen Verbreitungsgebiet oder aus Westpolen.

Im April 2015 wurde dann erneut ein Wolf überfahren. Diesmal auf der A661 im Frankfurter Stadtgebiet. Das männliche Tier stammte aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen). Es war ein Nachkomme des „Gartower Rudels“, das dort seit 2013 nachgewiesen ist.

Wölfe und „wolfsähnliche Tiere“

Da Wölfe mit bestimmten Hunderassen leicht zu verwechseln sind, wird bei einer Beobachtung zunächst nur von einem „wolfsähnlichen Tier“ ausgegangen. Erst bei einem eindeutigen Foto- oder Gennachweis gilt das Tier als bestätigter Wolf. Zuwanderungen von Canis lupus waren in Hessen bislang Einzelereignisse. Die Ausbreitung der Wölfe in Europa macht es aber wahrscheinlich, dass sich auch bei uns in absehbarer Zeit das erste Wolfspaar etablieren wird. Natürlich ist dann auch mit Nachwuchs zu rechnen.


Der Wolf vom Edersee (1994)

In Hessen gibt es bereits eine zentrale Erfassung von Wolfshinweisen, aber keine regionale Meldestruktur. Es liegt daher nahe, dass sich die Bevölkerung bei Hinweisen auf Wölfe auch an die Luchsbeauftragten in ihrem Landkreis wendet.

Derzeit werden alle Hinweise auf mutmaßliche Wölfe bei der Naturschutzabteilung des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) gemeldet. Dort werden sie von der hessischen Wolfsbeauftragten Susanne Jokisch überprüft und bewertet. Informationen über „verdächtige“ Beobachtungen und Funde, die die Bevölkerung an die Luchsbeauftragten des AK Hessenluchs heranträgt, werden an das HLNUG weitergeleitet.
 


 
 

Der Meldebogen für Wolfshinweise steht als Word-Dokument im Internet:

umweltministerium.hessen.de/sites/default/files/media/hmuelv/meldebogen_wolf.doc

Bitte diesen Meldebogen ausgefüllt per Fax oder E-Mail senden an:

HLNUG Abt. N
z.Hd. Frau Jokisch
Europastr. 10-12
35394 Gießen

E-Mail: naturschutz@hlnug.hessen.de
Telefon: 0641 4991-315
Telefax: 0641 4991-260
Mobil: 0160 90509232

Selbstverständlich sind auch telefonische Meldungen willkommen.

Die WOLFSHOTLINE des hessischen Umweltministeriums ist auch an Wochenenden besetzt: Telefon: 0611 815 39 99
E-Mail: wolf@umwelt.hessen.de

Informationen zum Wolfsmanagement: www.umwelt.hessen.de/wolf

Mehr über Wölfe in den hessischen Regionen finden Sie unter Wölfe unterwegs.

Weitere Informationen zu den Wölfen im Bundesgebiet finden Sie unter:
www.wolfsregion-lausitz.de


©2016 Arbeitskreis Hessenluchs – Kontakt: Gerd Bauer – eMail: gerdbauer33@AOL.com – Tel.: 0611 - 84 65 43