Der Arbeitskreis Hessenluchs auf Facebook
Impressum Suche Sitemap
 

Hier erfahren Sie mehr über den Luchs in Hessen

Aktuell – neue Meldungen über den Luchs in Hessen

November/Dezember 2016

Im Erfassungsjahr 2015/16 ist die Zahl der Landkreise mit sicheren Luchsnachweisen größer geworden. Andererseits hat sich der Bestand im bisherigen „Hotspot“ südöstlich von Kassel deutlich reduziert. Das geht aus dem „Luchsbericht 2016“ (pdf·1,6 M) hervor, den Umweltministerin Priska Hinz am 16.08.2016 vorgestellt hat.

Karte hessischer Luchshinweise aus dem Zeitraum 01.05.2015 – 30.04.2016

Von Mai 2015 bis April 2016 gingen beim Arbeitskreis Hessenluchs 145 Meldungen ein. Darunter 79 Nachweise (C1) und 63 Hinweise (C3). Hinzu kamen drei bestätigte Fährten (C2). Die Zahlen aus den Landkreisen und die neue Verbreitungskarte stehen bereits seit einiger Zeit separat im Netz.

Die zahlreichen Nachweise durch Kamera-Monitoring in den Wäldern südöstlich von Kassel belegen nur wenige residente Luchse, da dieselben Tiere im Laufe der Zeit mehrfach fotografiert werden. Dabei wird jedes Foto als Einzelnachweis gezählt. So wurden dort in der ersten Projekt-Phase bis Sommer 2015 lediglich sechs selbständige Luchse identifiziert. Weitere unentdeckte Tiere konnten mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Der Bestand in diesem Gebiet ist offenbar rückläufig. Im Winter 2015/16 konnten nur noch drei Luchse nachgewiesen werden. Neben der Luchsin F7, die im November 2015 wegen starkem Räudebefall eingeschläfert worden war, wurden zwei weitere adulte Tiere nicht mehr von den Fotofallen registriert. Es ist zu vermuten, dass auch sie an der Fuchsräude verendet sind. Zudem ist zu befürchten, dass auch die drei Jungtiere von F7 infiziert wurden und der Milbenkrankheit erlegen sind.

Im Erfassungsjahr 2015/16 kamen erstmals C1-Nachweise aus dem Main-Kinzig-Kreis und dem Landkreis Fulda. Im Vogelsbergkreis und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg konnte erneut ein Luchs nachgewiesen werden.

Die Pressemitteilung des Umweltministeriums zum „Luchsbericht 2016“ finden sie hier.

Erster Fotonachweis im Landkreis Fulda

Ende März gelang bei Ehrenberg (Rhön) die Infrarot-Aufnahme eines Luchses. Der erste C1-Nachweis im Landkreis Fulda. Die Fotofalle war im Rahmen des Wildkatzen-Monitorings im Biosphären-Reservat Rhön ausgebracht. Das Foto erreichte uns Anfang Mai, da die Kamera erst zu diesem Zeitpunkt ausgewertet wurde.

Bereits im August 2015 wurde in der hessischen Rhön eine Luchsin mit zwei Jungtieren beobachtet. Im vergangenen Winter wurden auch Fährten gefunden. Luchsnachweise und Beobachtungen gibt es auch im angrenzenden Bayern. Mehr dazu auf der Landkreis-Seite.

Wolf bei Marburg überfahren

Am 6. Mai entdeckte ein Radfahrer neben der L 3088 bei Marburg einen toten Wolf. Der junge Rüde war offensichtlich überfahren worden. Genetische Untersuchungen des Forschungsinstituts Senckenberg ergaben, dass das Tier aus Ostdeutschland zugewandert war. Wie die hessische Wolfsbeauftragte Susanne Jokisch mitteilte, sei die Zuordnung zu einem bestimmten Elternpaar nicht möglich. Die DNA lege aber eine Herkunft aus der Lausitz nahe. Von einer Obduktion beim Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin erwartet man weitere Erkenntnisse.

Es ist nicht auszuschließen, dass bei Marburg jener Wolf zu Tode kam, der im März in Nordhessen fotografiert werden konnte. Der Nachweis ist aber nicht zu erbringen, da es von jenem Tier bislang kein Genprofil gibt, das einen Vergleich ermöglichen würde.

Weiterer Wolfsnachweis in Nordhessen

Am 9. März dokumentierte erneut eine Fotofalle des Luchs-Monitorings einen Wolf. Dieses Mal bei Witzenhausen-Hubenrode (Werra-Meißner-Kreis). Der Fotovergleich legt nahe, dass es sich um jenes Tier handelt, das bereits Anfang März im Landkreis Kassel in eine Fotofalle gelaufen war. Die Aufnahmeorte liegen 21 Kilometer voneinander entfernt. Zudem wurde Ende April im Umland von Sontra (Werra-Meißner-Kreis) ein „wolfsähnliches Tier“ beobachtet. Es ist also denkbar, dass der Wolf noch immer in Nordhessen unterwegs ist.


 

Wolf im Landkreis Kassel fotografiert

Anfang März geriet ein Wolf bei Söhrewald-Wellerode (Landkreis Kassel) in den Sensorbereich einer Fotofalle, die im Rahmen des Luchs-Monitorings ausgebracht war.


 

Das Foto dokumentiert den ersten lebenden Wolf in Hessen seit Januar 2011. Damals war der Rüde „Pierre-Luigi“ bei Gießen von einem Auto angefahren worden und hinterließ sein Genprofil. Kurz danach wurde er auch fotografiert. Im Frühjahr 2015 waren dann im Main-Kinzig-Kreis und im Stadtgebiet Frankfurt zwei Wölfe überfahren worden. Weitere Informationen und den Link zum Meldebogen für Wolfshinweise finden Sie auf unseren Seiten zum Wolf in Hessen.

Zwei Luchsbegegnungen am selben Tag

Im hessischen Spessart (Main-Kinzig-Kreis) gelangen am 15. März zwei weitere Fotonachweise. Gegen 8 Uhr konnte zunächst an einem Waldrand bei Sinntal-Sterbfritz ein Luchs fotografiert werden, der es nicht sonderlich eilig hatte und sich gut zwei Minuten zeigte. Anfangs war er vom Beobachter nur 20 m entfernt. Das Foto gelang dann erst aus größerer Distanz. Gegen 17 Uhr traf dann ein Autofahrer bei Sinntal-Weichersbach auf einen Luchs, der am Straßenrand hinter der Leitplanke unterwegs war. Das Tier ließ das Auto vorbeifahren und überquerte dann gelassen die Fahrbahn. Der Fahrer hielt in 50 m Entfernung an und stieg aus, um zu fotografieren. Auch das brachte den Luchs nicht aus der Ruhe. Er entfernte sich ohne Hast über eine große Wiese und konnte so 10 Minuten lang beobachtet werden.

Die beiden Aufnahmeorte sind nur 2 km Luftlinie voneinander entfernt. Es liegt daher nahe, dass an diesem Tag derselbe Luchs zweimal fotografiert wurde. Auch beim ersten C1-Nachweis im Main-Kinzig-Kreis im Dezember könnte es sich um dieses Tier gehandelt haben.
Mehr dazu auf der Landkreis-Seite.

Erneuter Fotonachweis bei Rotenburg

Seit Dezember wird im Umland von Rotenburg (Kreis Hersfeld-Rotenburg) immer wieder ein Luchs beobachtet, der wenig Scheu zeigt. Auf der Jagd nach Mäusen und Kaninchen kommt er bis an die Dorfränder und wurde auch schon auf einem Friedhof gesehen. Menschen ließ er bis auf 10 m herankommen, ehe er sich zurückzog. Das Verhalten des Tieres lässt nicht zwingend auf einen „zahmen Luchs“ aus einem Gatter schließen. Ganz offenbar verbindet er Menschen nicht mit Futter, sondern hält die Zweibeiner einfach nur für ungefährlich. Vermutlich hat er noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Es ist denkbar, dass es sich um dasselbe Tier handelt, das bereits im Juli 2015 bei Rotenburg fotografiert wurde. Ende Januar gelangen nun einige Aufnahmen, die den Luchs beim Mäusefang auf einer Wiese zeigen.


 

Der Luchs in den Landkreisen

Die „veralteten“ Beiträge der aktuellen Seite wurden früher nur intern archiviert. Wir machen sie nun nach und nach auf unseren Landkreis-Seiten zugänglich. Dort wurden mittlerweile die interessantesten Luchshinweise aus acht Kreisen und einem Stadtgebiet zusammengestellt und aktualisiert.

Faltblatt als Download

Das Faltblatt „Der Luchs ist zurück in Hessen“ (pdf·1 MB), das das Umweltministerium in Zusammenarbeit mit dem AK Hessenluchs herausgegeben hat, steht nun auch als Download im Netz. Es enthält einen kurzen „Steckbrief“ des Luchses und beantwortet die häufige Frage nach der Gefährlichkeit der Tiere für Menschen und Hunde. Thema ist auch die Perspektive des bislang kleinen, hessischen Luchsbestands.


Weiter finden Sie auf den Seiten des Arbeitskreises Hessenluchs:


Luchs in Überwachungskamera

  • Die Telefonnummern der Luchsbeauftragten in Ihrem Landkreis, die Ihre Luchsbeobachtung (Sichtung, Rissfund, Fährte, Ruf) gerne entgegennehmen und ein offenes Ohr für Ihre Fragen zum Thema Luchs haben.
  • Unser virtuelles Merkblatt Luchsspuren hilft bei der Identifikation von Luchsnachweisen aller Art.
  • Unter dem Stichwort Der Luchs finden Sie einen Rückblick auf die Einwanderung der Luchse in unser Bundesland und wichtige Daten zu ihrer Biologie.
  • Die jährlichen Luchsberichte (pdf·1,6 M) dokumentieren die neuere Entwicklung.
  • Außerdem bieten wir ausgewählte Artikel aus der Presse zum Thema „Luchs in Hessen“
  • und kündigen interessante Luchs-Veranstaltungen an.
  • Auch die Wölfe finden bei uns ein Refugium. Wir haben die Beobachtungen in Hessen zusammengestellt.
  • Auf der Seite „Über uns“ erfahren Sie, wer hinter dem „Arbeitskreis Hessenluchs“ steckt.

 

Video rechts:
Ende September 2005 lief bei Marburg ein Luchs durch den Aufnahmebereich einer Überwachungskamera.

Mobile Fotofallen sind einsatzbereit
Luchs in Fotofalle in Hessen / Schwalm-Eder-Kreis
Schnappschuss mit Selbstauslöser
(zum Vergrößern klicken)

Der Arbeitskreis verfügt über mobile Fotofallen, die im Werra-Meißner-Kreis und im Rhein-Main-Gebiet „stationiert“ sind. Sie sind jederzeit einsatzbereit, wenn aus irgend einem Teil Hessens ein gerissenes Wild- oder Nutztier gemeldet wird, das von einem Luchs erbeutet wurde. Wichtig ist, dass das gerissene Tier dann unberührt am Fundort verbleibt und möglichst rasch ein für den Landkreis zuständiger Luchsbeauftragter informiert wird. Da der Luchs in der Regel mehrfach zu seiner Beute zurückkehrt, sind die Chancen gut, dass er dabei die Fotofalle auslöst. Wir installieren die Spezialkamera stets in Absprache mit dem Jagdausübungsberechtigten. Bei Nutztieren (Schafe, Ziegen, Gatterwild) wird natürlich der Besitzer hinzugezogen.

Rückblick: Die vergangenen Monate

Luchsin „F7“ eingeschläfert

Im November 2015 musste im grenznahen Staufenberg-Nienhagen (Niedersachsen) die Luchsin „F7“ von einer Tierärztin eingeschläfert werden. Das Tier war seit Februar 2015 mit einem GPS-Sender unterwegs und bewegte sich im Kaufunger Wald sowohl auf hessischer als auch auf niedersächsischer Seite. Die Luchsin war in einem stark abgemagerten, geschwächten Zustand und wies augenscheinlich starken Räudebefall auf. Der Tierkörper wurde zur pathologischen Untersuchung in das Tierärztliche Institut der Georg-August-Universität Göttingen gebracht. Der Befund steht noch aus.

„F7“ führte 2015 drei Jungluchse, über deren Verbleib es keine Hinweise gibt. Es ist allerdings zu befürchten, dass sie von der Mutter infiziert wurden und ebenfalls nicht mehr am Leben sind. 2015 kamen im niedersächsischen Teil des Kaufunger Waldes drei Luchse zu Tode, die massiv von Räudemilben befallen waren. Es handelte sich dabei um ein vorjähriges Jungtier und zwei Jungluchse, die 2015 geboren wurden. Alle drei wurden völlig entkräftet gefunden und mussten eingeschläfert werden. Die Räude wird wahrscheinlich von kranken Füchsen übertragen, die von Luchsen erbeutet werden. Ein Fotofallenbild vom Sommer 2015 deutete darauf hin, dass auch die führende Luchsin im niedersächsischen Nachbar-Territorium von „F7“ an Räude erkrankt war. Die beiden eingeschläferten Jungluchse wurden ihr zugeordnet.

Dieses Luchsweibchen und die Luchsin „F7“ waren im Erfassungsjahr 2015/16 die einzigen Tiere im hessisch-niedersächsischen Grenzraum, bei denen Nachwuchs bestätigt werden konnte. Daher ist leider zu vermuten, dass dort alle 2015 geborenen Jungluchse verendet sind.

Dieser Rückschlag muss aber nicht bedeuten, dass der Luchsbestand im gesamten Verbreitungsgebiet gefährdet ist. Das Monitoring in Nordhessen und Südniedersachsen belegt weitere erwachsene Luchse, die 2016 durchaus für Nachwuchs sorgen können. Der Bestand kann zudem durch Zuwanderung aus dem Harz stabilisiert werden. Allerdings kann man weiterhin nicht ausschließen, dass sich die Räude ausbreitet und weitere Verluste zu erwarten sind.

Aktuelles Monitoring-Projekt

Im November 2014 begann in Nordhessen ein Luchs-Monitoring der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit dem AK Hessenluchs und den Forstämtern Hessisch Lichtenau und Melsungen. Es werden in drei wechselnden Beobachtungsgebieten jeweils 20 Standorte mit Fotofallen bestückt. Ziel ist neben der allgemeinen Bestandserfassung die Wiedererkennung einzelner Luchse. Daraus erhoffen wir uns mehr Aufschluss über die Anzahl der Tiere und die Größe der Streifgebiete im nordhessischen „Hotspot“. Mehr dazu in der Pressemitteilung der Universität Göttingen (pdf·211 KB) und auf der Website des Monitoring-Projekts.

Zum Seitenanfang

©2016 Arbeitskreis Hessenluchs – Kontakt: Gerd Bauer – eMail: gerdbauer33@AOL.com – Tel.: 0611 - 84 65 43