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Hier erfahren Sie mehr über den Luchs in Hessen

Aktuell – neue Meldungen über den Luchs in Hessen

Januar 2012

Die aktuelle Bilanz unseres Fotofallen-Monitorings (pdf·1,3 MB) steht nun im Netz – ergänzt durch einen Anhang mit Fallenfotos (pdf·4,1 MB).

Zum Jahreswechsel wurde bereits unser „Luchsbericht 2011“ (pdf·890 KB) veröffentlicht. Die zugehörige Fotodokumentation finden Sie ebenfalls in einem separaten Anhang (pdf·7,8 MB).

Die Bilanz des Beobachtungszeitraums August 2010 – Juli 2011 ist bemerkenswert. Erstmals konnte in Hessen Luchs-Nachwuchs nachgewiesen werden. Eine Fotofallen-Aufnahme und ein Video belegen Jungluchse in den Wäldern des Schwalm-Eder-Kreises. Das Fotofallen-Monitoring konnte in Nordhessen an fünf Standorten Luchse dokumentieren. Im Vogelsberg erbrachte das Foto eines Jägers zum ersten Mal einen handfesten Nachweis.

Jungluchs in der Fasanerie Wiesbaden (Foto: Thomas Trapke) junger Luchs in der Fasanerie Wiesbaden (Foto: Thomas Trapke)
Jungluchse in der Fasanerie Wiesbaden (zum Vergrößern klicken)

Weiter finden Sie auf den Seiten des Arbeitskreises Hessenluchs:

  • Die Telefonnummern der Luchsbeauftragten in Ihrem Landkreis, die Ihre Luchsbeobachtung (Sichtung, Rissfund, Fährte, Ruf) gerne entgegennehmen und ein offenes Ohr für Ihre Fragen zum Thema Luchs haben.

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    Luchs in Überwachungskamera
  • Unser virtuelles Merkblatt Luchsspuren hilft bei der Identifikation von Luchsnachweisen aller Art.
  • Unter dem Stichwort Der Luchs finden Sie einen Rückblick auf die Einwanderung der Luchse in unser Bundesland und wichtige Daten zu ihrer Biologie.
  • Die Luchsmeldungen dokumentieren die neuere Entwicklung.
  • Außerdem bieten wir ausgewählte Artikel aus der Presse zum Thema „Luchs in Hessen“
  • und kündigen interessante Luchs-Veranstaltungen an.
  • Auch die Wölfe finden bei uns ein Refugium. Wir haben die Beobachtungen in Hessen zusammengestellt.
  • Auf der Seite „Über uns“ erfahren Sie, wer hinter dem "Arbeitskreis Hessenluchs" steckt.

 

Video rechts:
Ende September 2005 lief bei Marburg ein Luchs durch den Aufnahmebereich einer Überwachungskamera.

Mobile Fotofallen sind einsatzbereit
Luchs in Fotofalle in Hessen / Schwalm-Eder-Kreis
Schnappschuss mit Selbstauslöser
(zum Vergrößern klicken)

Der Arbeitskreis verfügt über mobile Fotofallen, die im Werra-Meißner-Kreis und im Rhein-Main-Gebiet „stationiert“ sind. Sie sind jederzeit einsatzbereit, wenn aus irgend einem Teil Hessens ein gerissenes Wild- oder Nutztier gemeldet wird, das von einem Luchs erbeutet wurde. Wichtig ist, dass das gerissene Tier dann unberührt am Fundort verbleibt und möglichst rasch ein für den Landkreis zuständiger Luchsbeauftragter informiert wird. Da der Luchs in der Regel mehrfach zu seiner Beute zurückkehrt, sind die Chancen gut, dass er dabei die Fotofalle auslöst. Wir installieren die Spezialkamera stets in Absprache mit dem Jagdausübungsberechtigten. Bei Nutztieren (Schafe, Ziegen, Gatterwild) wird natürlich der Besitzer hinzugezogen.

Rückblick: Die vergangenen Monate

Luchs erlag Herzversagen

Anfang Oktober 2011 wurde bei Söhrewald (Landkreis Kassel) ein verendeter Luchs gefunden. Der Größe nach handelte es sich um ein ausgewachsenes Tier. Die wenig entwickelten Hoden legten jedoch nahe, dass es ein junger Luchskuder in seinem zweiten Lebensjahr war. Das Tier lag vermutlich schon eine Woche im Wald.

Als Todesursache ermittelte die Universität Gießen akutes Herz-Kreislaufversagen als Folge einer massiven Abmagerung, einer sogenannten Kachexie. Der Luchs wog nur noch 15 kg. Seinem Lebenssalter entsprechend, wären um die 20 kg zu erwarten gewesen.

Die Einwirkung äußerer Gewalt, etwa durch einen Verkehrsunfall oder eine Schussverletzung, wurde ausgeschlossen. Es gab auch keinen Hinweis auf Cumarin (Rattengift), mit dem „Hundehasser“ gewöhnlich Fleischbrocken und Wurststücke präparieren. Die Ursache für die Auszehrung des Tieres konnte allerdings nicht geklärt werden. An den inneren Organen wurden keine Erkrankungen gefunden, die erklären könnten, warum der Magen-Darm-Trakt nahezu „futterleer“ war. Der Luchs war offenbar in seinen letzten Lebenstagen nicht mehr im Stande zu jagen. Kachexie tritt bei Wildtieren häufig dann auf, wenn der Darm stark von Parasiten befallen ist. Eier von Haar- und Spulwürmern wurden zwar gefunden, belegen aber keinen massiven Befall. Die Parasiten könnten aber die Abmagerung beschleunigt haben.

Aus der Fachliteratur wissen wir, dass für junge Luchse das erste Jahr nach der Trennung von der Mutter eine riskante Lebensphase ist. Dann sind die Tiere auf Suche nach einem eigenen Revier und legen große Strecken auf unbekanntem Terrain zurück. Offenbar sind sie dann auch anfällig für eine Vielzahl von Krankheiten. Nur ein Viertel der Jungluchse übersteht diese Zeit.

Fotogener Luchs am Riss

Bei Spangenberg (Schwalm-Eder-Kreis) wurde im Mai 2011 ein totes Reh gefunden, das Merkmale eines Luchsrisses aufwies. Ein Jäger hatte den Fund dem lokalen Luchsbeauftragten gemeldet und mit ihm abgesprochen, am Riss eine Fotofalle zu installieren. Als er dann am frühen Abend auf die Wiese zurückkam, war der Luchs schon bei seiner Beute. Glücklicherweise war eine Kamera zur Hand. Die ungewöhnliche Begegnung konnte vom Auto aus dokumentiert werden. Entfernung zu Luchs und Riss: ganze 80 m.

Luchs am Riss (Foto: Ullrich Goetjes) Luchs entfernt sich von Reh-Riss (Foto: Ullrich Goetjes) Luchs sitzt auf der Wiese (Foto: Ullrich Goetjes) Ein Luchs in Hessen sitzt auf der Wiese (Foto: Ullrich Goetjes)
(Fotos: © Ullrich Goetjes – zum Vergrößern klicken)
Nicht schön, aber selten

Im Mai 2011 wurde bei Fuldabrück (Landkreis Kassel) an einem Steilhang im Wald ein Luchsschädel gefunden, der bereits völlig skelettiert war. Der erste Nachweis dieser Art in Hessen.

Mittlerweile wird er beim Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen untersucht. Aus der DNA-Analyse könnte sich das Geschlecht des Tieres ergeben. Durch Vergleichsmaterial aus dem Nationalpark Harz gibt es zusätzlich die (nicht sehr große) Chance, die Herkunft des Luchses nachzuweisen. Das wäre nur dann erfolgreich, wenn das Tier im Harz ausgewildert worden wäre. Nur dann gäbe es dort eine entsprechende DNA-Probe.

„Cooler“ Luchs im Vogelsberg

Im April 2011 ist im Vogelsbergkreis erstmals ein handfester Luchs-Nachweis gelungen. Nächtliche Fotoaufnahmen aus einem Waldareal bei Schlitz belegen ein erwachsenes Tier, das offenbar beim Jagen angetroffen wurde.

Luchs im Vogelsbergkreis (Foto: Helmut Karn)
(zum Vergrößern klicken)

Der Luchs saß in der Dämmerung auf einem Fahrweg und interessierte sich augenscheinlich für etliche Rehe, die etwas weiter weg auf einer Wiese ästen. Ein Jäger konnte mit seinem Fahrzeug bis auf 15 Meter an das Tier heranfahren und vom Auto aus fotografieren. Der Luchs blieb unbeeindruckt. Erst als der Jäger ausstieg und einige Schritte auf die große Katze zuging, stand das Tier auf und entfernte sich ohne Hast.

Nach etlichen Sichtbeobachtungen und einem Riss im November 2005 war es in den letzten Jahren im Vogelsberg ruhig geworden. Das Flächenmonitoring des Forstamtes Schotten mit 10 Fotofallen (seit Anfang 2011) blieb bislang ohne Ergebnis.

Das Flächen-Monitoring in Nordhessen

hatte schon kurz nach dem Start im Januar 2011 einen ersten Erfolg zu verzeichnen: Im Forstamtsbereich Melsungen zeigte sich ein fotogener Luchs gleich mehrmals zu unterschiedlichen Zeiten einer Fotofalle und sorgte durch deren Selbstauslöser für eine adrette Fotoserie. Die Schwarzweiß-Bilder sind Infrarot-Aufnahmen. Sie können in der Nacht „geschossen“ werden, ohne dass das Tier durch einen Lichtblitz erschreckt wird.

Luchs-Aufnahme im Rahmen des Flächenmonitoring in Nordhessen Luchs-Aufnahme im Rahmen des Flächenmonitoring in Nordhessen Luchs-Aufnahme im Rahmen des Flächenmonitoring in Nordhessen Luchs-Aufnahme im Rahmen des Flächenmonitoring in Nordhessen Luchs-Aufnahme im Rahmen des Flächenmonitoring in Nordhessen Luchs-Aufnahme im Rahmen des Flächenmonitoring in Nordhessen
(zum Vergrößern klicken)

Dieses „aktive Monitoring“ realisieren derzeit in Nordhessen die Forstämter Hessisch Lichtenau und Melsungen in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Hessenluchs. Insgesamt sind dort 50 Fotofallen im Einsatz, die an einschlägigen Punkten im Forstbereich installiert wurden. 27 Fallen steuerte der BUND aus Spendenmitteln bei, 10 kamen vom NABU. Weitere 13 Kameras besorgte das Forstamt Melsungen im Rahmen seiner „Arten-Patenschaft“ für den Luchs. Die beteiligten Forstämter hatten von Hessen-Forst dafür zusätzliche Finanzmittel erhalten. Auch das Forstamt Schotten (Vogelsbergkreis) ist „Luchspate“ und hat 10 Fotofallen ausgebracht, die allerdings bislang noch keinen Luchs vor der Linse hatten.

Ziel der Beobachtung auf kleiner Fläche ist das Dokumentieren von individuellen Merkmalen eines Tieres. So kann man einen Luchs wieder erkennen, wenn er an einer anderen Fotofalle vorbeiläuft. Nach einem längeren Beobachtungszeitraum sind dann die Individuen in einem Areal bekannt.

Damit wird man auch Hinweise auf die Anzahl der Tiere und die Größe ihrer Streifgebiete bekommen. Daten, die durch das generelle „passive Monitoring“ des AK Hessenluchs nicht zu gewinnen sind. Lesen Sie mehr zum Monitoring unter Erfassen und Bewerten

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©2012 Arbeitskreis Hessenluchs – Kontakt: Gerd Bauer – eMail: gerdbauer33@AOL.com – Tel.: 0611 - 84 65 43