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Hier erfahren Sie mehr über den Luchs in Hessen

Aktuell

August/September 2010

Die Daten des Beobachtungszeitraums August 2009 – Juli 2010 sind mittlerweile aufbereitet. Mehr dazu unter Luchsmeldungen und Verbreitungskarte.

Mittleres und nördliches Aartal
Mittleres und nördliches Aartal
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Im Taunus hat sich ein Luchs für den Grill-Abend einer Familie interessiert. Die Bratwürste waren gerade auf dem Rost, als die Gartenidylle durch laute „Schreie“ unterbrochen wurde. Sie kamen von einem bewachsenen Felsenhang, der an den Garten grenzt. In etwa 70 Meter Entfernung zeigte sich an der Hangkante ein Luchs. Das Tier lief dann einige Meter, setzte sich schließlich hin und rief erneut mehrere Male. Dann schaute es an die 10 Minuten hinunter in den Garten. Nachdem ein Feldstecher geholt worden war, konnte die Grillrunde den gefleckten „Zaungast“ auch genauer betrachten. Die typischen Merkmale wurden eindeutig erkannt. Schließlich verschwand der Luchs im Unterholz. Die Begegnung fand im nördlichen Aartal statt, das bereits zu Rheinland-Pfalz gehört. Hessen liegt allerdings in Sichtweite. Zum Umland von Hohenstein (Rheingau-Taunus-Kreis) mit seinen kontinuierlichen Luchshinweisen sind es nur 12 km Luftlinie.

Die Beobachtung im Nordtaunus bestätigt erneut, dass Luchse auch außerhalb der Paarungszeit rufen. Entgegen den Aussagen der Fachliteratur. Entsprechende Hinweise erreichen uns seit einigen Jahren. Meist waren es Lautäußerungen in der Nacht. Das Tier wurde nur gehört. Da in diesem Fall der „Rufer“ auch gesehen wurde, konnten die Laute eindeutig zugeordnet werden.

Veranstaltungen:

Artenschutz mit dem Jagdgewehr? Der Biologe Josef Reichholf kommt nach Usingen.
07. September, 20 Uhr. Mehr dazu unter Veranstaltungen
 

Der Harzluchs M2 unterwegs in Hessen

Der eingewanderte Luchs ist mittlerweile mehrfach gesehen worden. Bereits Ende März begegnete er im Wald bei Kehrenbach (Schwalm-Eder-Kreis) einem Spaziergänger, dem er sich bis auf 15 Meter näherte. Der Beobachter berichtet, in dieser Situation habe er M2 mit ruhiger Stimme angesprochen. Der Luchs habe eine Weile „zugehört“ und sei dann in aller Ruhe seiner Wege gegangen. Aus dieser kurzen Distanz sei das Sendehalsband nicht zu übersehen gewesen. Das schwarze Band ist nun auch auf den Fotografien zu erkennen, die Mitte Mai bei Söhrewald (Landkreis Kassel) gelangen. Die Reichweite der Kamera wurde durch ein vorgehaltenes Fernglas verstärkt.

Die Begegnung bei Kehrenbach macht deutlich, dass ein wildlebender Luchs keineswegs scheu sein muss. Zumindest einzelne Tiere entscheiden offenbar ganz individuell, ob sie sich dem Menschen zeigen oder nicht.
 

Luchs M2 schaut Richtung Kamera in Hessen durchs Fernglas fotografiert Luchs M2 liegend in Hessen durchs Fernglas fotografiert Luchs M2 sitzend in Hessen durchs Fernglas fotografiert
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M2 ist ein männlicher Luchs, der im Nationalpark Harz mit einem GPS-Sender versehen wurde. Ende November 2009 ist er nach Hessen eingewandert. Seither durchstreift er den nördlichen Werra-Meißner-Kreis, den südlichen Landkreis Kassel und den angrenzenden Schwalm-Eder-Kreis.

Die Vorgeschichte
Ungefähre Route von M2 April–Dezember 2009
Ungefähre Route von M2 April–Dezember 2009
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Im November 2008 wurde auf einer Bundesstraße bei Seesen/Harz eine führende Luchsin von einem Fahrzeug erfasst und getötet. Drei der insgesamt vier Jungtiere überlebten den Unfall. Sie hielten sich einige Wochen in der Nähe des Unfallortes auf. Zwei Jungtiere konnten schließlich von Mitarbeitern des Luchsprojektes Nationalpark Harz eingefangen werden. Sie wurden in einem abgeschirmten Gatter im Nationalpark untergebracht und dort auf ihre Auswilderung vorbereitet. Das männliche Tier erhielt den Namen M2, das Weibchen wurde F1 genannt. Vor ihrer Freilassung im April 2009 wurde M2 mit einem GPS-Halsband versehen, F1 erhielt ein herkömmliches VHF-Sendehalsband. Zurück in der freien Wildbahn gingen die beiden Luchse getrennte Wege. Während F1 den nördlichen Harz durchstreifte, verlies M2 das Mittelgebirge, durchquerte das nordwestliche Eichsfeld (Thüringen) und wanderte schließlich nach Hessen weiter. Zwischen dem Ausgangspunkt bei Bad Harzburg und seinem derzeitigen Streifgebiet südlich von Kassel liegen mehr als 100 km Luftlinie.

In den letzten Schneetagen wurde der „Nahbereich“ von M2 mehrmals mit Hilfe seiner GPS-Daten aufgesucht und seine Fährte gefunden. Dabei zeigte sich, dass das Luchsmännchen die Ranzzeit nicht alleine verbracht hat. Neben den Trittsiegeln von M2 verlief eine zweite Fährte, deren Abdrücke etwas zierlicher waren. Näheres verbietet die Diskretion.
Weitere Informationen zu den Wanderbewegungen der Harzluchse finden sich auf der Website des Nationalparks.

Zwei Fotofallen sind einsatzbereit
Luchs in Fotofalle in Hessen / Schwalm-Eder-Kreis
Schnappschuss mit Selbstauslöser
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Im Januar 2010 geriet dieser Luchs bei Melsungen (Schwalm-Eder-Kreis) in den Kontrollbereich einer Fotofalle. Die Spezialkamera war im Rahmen einer Forschungsarbeit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Göttingen (HAWK) installiert worden. Das wissenschaftliche Interesse galt eigentlich der Wildkatze, für die an etlichen Stellen im Wald „Lockstöcke“ mit Baldrian präpariert waren.
Der Luchs kam an Lockstock und Kamera nur zufällig vorbei. Er berührte den Duftpfahl nicht. Der Baldrian hat ihn offenbar nicht interessiert.

Der Arbeitskreis verfügt über zwei Fotofallen, die im Werra-Meißner-Kreis und im Rhein-Main-Gebiet „stationiert“ sind. Sie sind jederzeit einsatzbereit, wenn aus irgend einem Teil Hessens ein gerissenes Wild- oder Nutztier gemeldet wird, das von einem Luchs erbeutet wurde. Wichtig ist, dass das gerissene Tier dann unberührt am Fundort verbleibt und möglichst rasch ein für den Landkreis zuständiger Luchsbeauftragter informiert wird. Da der Luchs in der Regel mehrfach zu seiner Beute zurückkehrt, sind die Chancen gut, dass er dabei die Fotofalle auslöst. Wir installieren die Spezialkamera stets in Absprache mit dem Jagdausübungsberechtigten. Bei Nutztieren (Schafe, Ziegen, Gatterwild) wird natürlich der Besitzer hinzugezogen.
 

Weiter finden Sie auf den Seiten des Arbeitskreises Hessenluchs:

  • Die Telefonnummern der Luchsbeauftragten in Ihrem Landkreis, die Ihre Luchsbeobachtung (Sichtung, Rissfund, Fährte, Ruf) gerne entgegennehmen und ein offenes Ohr für Ihre Fragen zum Thema Luchs haben.

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    Luchs in Überwachungskamera
  • Unser virtuelles Merkblatt Luchsspuren hilft bei der Identifikation von Luchsnachweisen aller Art.
  • Unter dem Stichwort Der Luchs finden Sie einen Rückblick auf die Einwanderung der Luchse in unser Bundesland und wichtige Daten zu ihrer Biologie.
  • Die Luchsmeldungen dokumentieren die neuere Entwicklung.
  • Außerdem bieten wir ausgewählte Artikel aus der Presse zum Thema "Luchs in Hessen"
  • und kündigen interessante Luchs-Veranstaltungen an.
  • In der Rubrik "Über uns" erfahren Sie, wer hinter dem "Arbeitskreis Hessenluchs" steckt.

 

Video rechts:
Ende September 2005 lief bei Marburg ein Luchs durch den Aufnahmebereich einer Überwachungskamera.

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©2010 Arbeitskreis Hessenluchs - Kontakt: Gerd Bauer - eMail: gerdbauer33@AOL.com - Tel.: 0611 - 84 65 43