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Hier erfahren Sie mehr über den Luchs in Hessen

Aktuell – neue Meldungen über den Luchs in Hessen

Mai 2016

Anfang März geriet ein Wolf bei Söhrewald-Wellerode (Landkreis Kassel) in den Sensorbereich einer Fotofalle, die im Rahmen des Luchs-Monitorings ausgebracht war. Seither gab es keine weiteren Hinweise im Landkreis. Allerdings wurde Ende April im Umland von Sontra (Werra-Meißner-Kreis) ein „wolfsähnliches Tier“ beobachtet. Es ist also denkbar, dass der Wolf noch immer in Nordhessen unterwegs ist.


 

Das Foto dokumentiert den ersten lebenden Wolf in Hessen seit Januar 2011. Damals war der Rüde „Pierre-Luigi“ bei Gießen von einem Auto angefahren worden und hinterließ sein Genprofil. Kurz danach wurde er auch fotografiert. Im Frühjahr 2015 waren dann im Main-Kinzig-Kreis und im Stadtgebiet Frankfurt zwei Wölfe überfahren worden. Weitere Informationen und den Link zum Meldebogen für Wolfshinweise finden Sie auf unseren Seiten zum Wolf in Hessen.

Veranstaltungshinweis

Fachtagung: „Der Luchs in Thüringen - ein Lebens(t)raum mit Zukunft?“, 28.05.2016 in Jena. Mehr dazu unter Veranstaltungen

Zwei Luchsbegegnungen am selben Tag

Im hessischen Spessart (Main-Kinzig-Kreis) gelangen am 15. März zwei weitere Fotonachweise. Gegen 8 Uhr konnte zunächst an einem Waldrand bei Sinntal-Sterbfritz ein Luchs fotografiert werden, der es nicht sonderlich eilig hatte und sich gut zwei Minuten zeigte. Anfangs war er vom Beobachter nur 20 m entfernt. Das Foto gelang dann erst aus größerer Distanz. Gegen 17 Uhr traf dann ein Autofahrer bei Sinntal-Weichersbach auf einen Luchs, der am Straßenrand hinter der Leitplanke unterwegs war. Das Tier ließ das Auto vorbeifahren und überquerte dann gelassen die Fahrbahn. Der Fahrer hielt in 50 m Entfernung an und stieg aus, um zu fotografieren. Auch das brachte den Luchs nicht aus der Ruhe. Er entfernte sich ohne Hast über eine große Wiese und konnte so 10 Minuten lang beobachtet werden.

Die beiden Aufnahmeorte sind nur 2 km Luftlinie voneinander entfernt. Es liegt daher nahe, dass an diesem Tag derselbe Luchs zweimal fotografiert wurde. Auch beim ersten C1-Nachweis im Main-Kinzig-Kreis im Dezember könnte es sich um dieses Tier gehandelt haben.
Mehr dazu auf der Landkreis-Seite.

Erneuter Fotonachweis bei Rotenburg

Seit Dezember wird im Umland von Rotenburg (Kreis Hersfeld-Rotenburg) immer wieder ein Luchs beobachtet, der wenig Scheu zeigt. Auf der Jagd nach Mäusen und Kaninchen kommt er bis an die Dorfränder und wurde auch schon auf einem Friedhof gesehen. Menschen ließ er bis auf 10 m herankommen, ehe er sich zurückzog. Das Verhalten des Tieres lässt nicht zwingend auf einen „zahmen Luchs“ aus einem Gatter schließen. Ganz offenbar verbindet er Menschen nicht mit Futter, sondern hält die Zweibeiner einfach nur für ungefährlich. Vermutlich hat er noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Es ist denkbar, dass es sich um dasselbe Tier handelt, das bereits im Juli 2015 bei Rotenburg fotografiert wurde. Ende Januar gelangen nun einige Aufnahmen, die den Luchs beim Mäusefang auf einer Wiese zeigen.


 

Erster C1-Nachweis im Main-Kinzig-Kreis

Mitte Dezember fotografierte ein Forstmann bei Sinntal einen Luchs, der wenig Scheu zeigte. Der erste C1-Nachweis im hessischen Spessart und damit auch im Main-Kinzig-Kreis. Das Foto gelang mit einem Mobiltelefon, dem ein Fernglas vorgehalten wurde. Der Aufnahmeort wurde von der zuständigen Luchsbeauftragten durch ein Kontrollfoto bestätigt.

Luchs bei Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) (Foto: Christian Rietz-Nause/Hessen-Forst)
(zum Vergrößern klicken)

Der Förster war am frühen Nachmittag im Wald unterwegs, als der Luchs plötzlich 30 m hinter ihm auftauchte. In dieser Distanz folgte er dem Forstmann etwa 150 m weit. Als dann die Kinder des Försters dazu kamen, verschwand der Luchs im Unterholz. Wenig später zeigte sich das Tier erneut auf 50 m und konnte fotografiert werden.

Es ist nicht auszuschließen, dass dieser Luchs aus einer Gatterhaltung stammt und sein wenig scheues Verhalten so zu erklären ist. Allerdings kennen wir aus Nordhessen mehrere solcher „Nahbegegnungen“, an denen auch der telemetrierte Harzluchs M2 beteiligt war, der nachweislich im Freiland geboren wurde. Möglicherweise geben die im Harz von 2000 bis 2006 ausgewilderten Gatterluchse ihre „guten Erfahrungen“ mit dem Menschen auch an ihre Nachkommen weiter.

Seit Ende der neunziger Jahre werden im Main-Kinzig-Kreis immer wieder Luchse beobachtet. Bereits 2005 konnte in einem Wildgatter bei Linsengericht ein totes Dam-Schmaltier als Luchsriss bestätigt werden. Beobachtungen gibt es auch im angrenzenden Bayern. Mehr dazu auf der Landkreisseite.

Begegnung am Hohen Meißner

Ende November war ein Naturfotograf am frühen Nachmittag auf dem Hohen Meißner unterwegs. Er war schon eine Weile mit Nahaufnahmen von Pilzen beschäftigt, als er in unmittelbarer Nähe einen Luchs bemerkte. Das Tier saß nur 15 Meter entfernt im verschneiten Unterholz und schaute ihm beim Fotografieren zu. Als sich der Fotograf dann vorsichtig zurückzog, verschwand auch der Luchs ohne Hast im Wald. Es gelangen mehrere Aufnahmen. Ein erneuter Beleg für das Vorkommen des Luchses im östlichen Werra-Meißner-Kreis. Mehr dazu auf der Landkreis-Seite.

 

Der Luchs in den Landkreisen

Die „veralteten“ Beiträge der aktuellen Seite wurden früher nur intern archiviert. Wir machen sie nun nach und nach auf unseren Landkreis-Seiten zugänglich. Dort wurden mittlerweile die interessantesten Luchshinweise aus sieben Kreisen und einem Stadtgebiet zusammengestellt und aktualisiert.

Faltblatt als Download

Das Faltblatt „Der Luchs ist zurück in Hessen“ (pdf·1 MB), das das Umweltministerium in Zusammenarbeit mit dem AK Hessenluchs herausgegeben hat, steht nun auch als Download im Netz. Es enthält einen kurzen „Steckbrief“ des Luchses und beantwortet die häufige Frage nach der Gefährlichkeit der Tiere für Menschen und Hunde. Thema ist auch die Perspektive des bislang kleinen, hessischen Luchsbestands.


Weiter finden Sie auf den Seiten des Arbeitskreises Hessenluchs:


Luchs in Überwachungskamera

  • Die Telefonnummern der Luchsbeauftragten in Ihrem Landkreis, die Ihre Luchsbeobachtung (Sichtung, Rissfund, Fährte, Ruf) gerne entgegennehmen und ein offenes Ohr für Ihre Fragen zum Thema Luchs haben.
  • Unser virtuelles Merkblatt Luchsspuren hilft bei der Identifikation von Luchsnachweisen aller Art.
  • Unter dem Stichwort Der Luchs finden Sie einen Rückblick auf die Einwanderung der Luchse in unser Bundesland und wichtige Daten zu ihrer Biologie.
  • Die jährlichen Luchsberichte (pdf·2,4 M) (Anhang – pdf·2,3 M) dokumentieren die neuere Entwicklung.
  • Außerdem bieten wir ausgewählte Artikel aus der Presse zum Thema „Luchs in Hessen“
  • und kündigen interessante Luchs-Veranstaltungen an.
  • Auch die Wölfe finden bei uns ein Refugium. Wir haben die Beobachtungen in Hessen zusammengestellt.
  • Auf der Seite „Über uns“ erfahren Sie, wer hinter dem "Arbeitskreis Hessenluchs" steckt.

 

Video rechts:
Ende September 2005 lief bei Marburg ein Luchs durch den Aufnahmebereich einer Überwachungskamera.

Mobile Fotofallen sind einsatzbereit
Luchs in Fotofalle in Hessen / Schwalm-Eder-Kreis
Schnappschuss mit Selbstauslöser
(zum Vergrößern klicken)

Der Arbeitskreis verfügt über mobile Fotofallen, die im Werra-Meißner-Kreis und im Rhein-Main-Gebiet „stationiert“ sind. Sie sind jederzeit einsatzbereit, wenn aus irgend einem Teil Hessens ein gerissenes Wild- oder Nutztier gemeldet wird, das von einem Luchs erbeutet wurde. Wichtig ist, dass das gerissene Tier dann unberührt am Fundort verbleibt und möglichst rasch ein für den Landkreis zuständiger Luchsbeauftragter informiert wird. Da der Luchs in der Regel mehrfach zu seiner Beute zurückkehrt, sind die Chancen gut, dass er dabei die Fotofalle auslöst. Wir installieren die Spezialkamera stets in Absprache mit dem Jagdausübungsberechtigten. Bei Nutztieren (Schafe, Ziegen, Gatterwild) wird natürlich der Besitzer hinzugezogen.

Rückblick: Die vergangenen Monate

Luchsin „F7“ eingeschläfert

Im November 2015 musste im grenznahen Staufenberg-Nienhagen (Niedersachsen) die Luchsin „F7“ von einer Tierärztin eingeschläfert werden. Das Tier war seit Februar 2015 mit einem GPS-Sender unterwegs und bewegte sich im Kaufunger Wald sowohl auf hessischer als auch auf niedersächsischer Seite. Die Luchsin war in einem stark abgemagerten, geschwächten Zustand und wies augenscheinlich starken Räudebefall auf. Der Tierkörper wurde zur pathologischen Untersuchung in das Tierärztliche Institut der Georg-August-Universität Göttingen gebracht. Der Befund steht noch aus.

„F7“ führte 2015 drei Jungluchse, über deren Verbleib es keine Hinweise gibt. Es ist allerdings zu befürchten, dass sie von der Mutter infiziert wurden und ebenfalls nicht mehr am Leben sind. 2015 kamen im niedersächsischen Teil des Kaufunger Waldes drei Luchse zu Tode, die massiv von Räudemilben befallen waren. Es handelte sich dabei um ein vorjähriges Jungtier und zwei Jungluchse, die 2015 geboren wurden. Alle drei wurden völlig entkräftet gefunden und mussten eingeschläfert werden. Die Räude wird wahrscheinlich von kranken Füchsen übertragen, die von Luchsen erbeutet werden. Ein Fotofallenbild vom Sommer 2015 deutete darauf hin, dass auch die führende Luchsin im niedersächsischen Nachbar-Territorium von „F7“ an Räude erkrankt war. Die beiden eingeschläferten Jungluchse wurden ihr zugeordnet.

Dieses Luchsweibchen und die Luchsin „F7“ waren im Erfassungsjahr 2015/16 die einzigen Tiere im hessisch-niedersächsischen Grenzraum, bei denen Nachwuchs bestätigt werden konnte. Daher ist leider zu vermuten, dass dort alle 2015 geborenen Jungluchse verendet sind.

Dieser Rückschlag muss aber nicht bedeuten, dass der Luchsbestand im gesamten Verbreitungsgebiet gefährdet ist. Das Monitoring in Nordhessen und Südniedersachsen belegt weitere erwachsene Luchse, die 2016 durchaus für Nachwuchs sorgen können. Der Bestand kann zudem durch Zuwanderung aus dem Harz stabilisiert werden. Allerdings kann man weiterhin nicht ausschließen, dass sich die Räude ausbreitet und weitere Verluste zu erwarten sind.

„Luchsbericht 2015“ vorgestellt
Luchsbericht 2015 vorgelegt.

Im Erfassungsjahr 2014/2015 wurden in den Wäldern südöstlich von Kassel im fünften Jahr in Folge Jungluchse geboren. Zudem konnten in Nordhessen zum ersten Mal vier Luchse identifiziert werden. Dies geht aus dem „Luchsbericht 2015“ hervor, den Umweltministerin Priska Hinz am 29. September 2015 vorgestellt hat. Gegenüber dem Vorjahr, wo landesweit 25 sichere Nachweise in Form von Fotobelegen gelangen, weist der neue Bericht die Rekordzahl von 90 gesicherten Luchsnachweisen aus.
Da ausgebrachte Fotofallen im Laufe der Zeit dieselben Tiere mehrfach dokumentieren, bedeuten die 90 Nachweise allerdings nicht, dass in Hessen 90 Luchse unterwegs sind. Der gesamte Bestand wird auf höchstens 10 erwachsene Tiere geschätzt.

Der Luchsbericht 2015 (pdf·1,3 M) stellt das Monitoring in Hessen im Zeitraum Mai 2014 – April 2015 anhand von Karten und Tabellen dar und diskutiert die Ergebnisse. Die Fotobelege zu den C1-Nachweisen finden sich im Anhang (pdf·2,7 M).

Aktuelles Monitoring-Projekt

Im November 2014 begann in Nordhessen ein Luchs-Monitoring der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit dem AK Hessenluchs und den Forstämtern Hessisch Lichtenau und Melsungen. Es werden in drei wechselnden Beobachtungsgebieten jeweils 20 Standorte mit Fotofallen bestückt. Ziel ist neben der allgemeinen Bestandserfassung die Wiedererkennung einzelner Luchse. Daraus erhoffen wir uns mehr Aufschluss über die Anzahl der Tiere und die Größe der Streifgebiete im nordhessischen „Hotspot“. Mehr dazu in der Pressemitteilung der Universität Göttingen (pdf·211 KB) und auf der Website des Monitoring-Projekts.

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