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Informationen zu Luchs und Wolf in Hessen

Aktuell – neue Meldungen über Luchs und Wolf in Hessen

November 2019

Im Erfassungszeitraum Mai 2018 bis April 2019 konnten in Nordhessen vier Luchse sicher nachgewiesen werden. Dokumentiert wurden drei Männchen und ein viertes Tier, dessen Geschlecht nicht geklärt werden konnte. Dies geht aus dem „Luchsbericht 2019“ (pdf·6,5 M) hervor, der Anfang November veröffentlicht wurde.

Hessischer Luchsbericht 2019 erschienen

Ein weiterer Luchs wurde im November 2018 im Main-Kinzig-Kreis durch eine Fotofalle an einem Riss erfasst. Hier kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass eines der später in Nordhessen belegten Tiere vorher dort unterwegs war.

Erneut wurden in Hessen weder Luchsweibchen noch Jungtiere nachgewiesen. Offenkundig hat sich der Bestand von den Verlusten durch die 2015 grassierende Räude noch immer nicht erholt.

Insgesamt konnten 151 Hinweise (Sichtungen, Fotos, Spuren) in den Bericht aufgenommen werden.

Schafe im Kreis Hersfeld-Rotenburg gerissen

Mitte Oktober wurden bei Seifertshausen (Kreis Hersfeld-Rotenburg) zwei Schafe hinter einem Elektrozaun gerissen. Die Genproben belegten einen Wolf, dessen genetische Individualisierung aber noch aussteht. Sollte die Zäunung ordnungsgemäß gewesen sein, wären dies die ersten Risse von geschützten Weidetieren in Hessen. Bislang hatten es schlampige Tierhalter den Wölfen immer sehr leicht gemacht.

Genetische Untersuchungen ergaben mittlerweile, dass die toten Schafe, die Anfang Oktober bei Nentershausen-Dens (Kreis Hersfeld-Rotenburg) auf einer ungeschützten Weide gefunden wurden, auf das Konto der Wölfin GW1409f gehen. Ihre Genspuren waren bereits im August bei Herlefeld (Schwalm-Eder-Kreis) an einer gerissenen Hirschkuh nachgewiesen worden.

Wolf bei Waldkappel gefilmt

In der ersten Oktoberwoche gelangen einem Landwirt bei Waldkappel-Schemmern (Werra-Meißner-Kreis) Videoaufnahmen eines Wolfes, der relativ gelassen durch das Scheinwerferlicht seines Traktors lief.


 

Da Wildtiere Ackerschlepper kennen und nicht mit Menschen in Verbindung bringen, gilt die geringe Distanz des Wolfes nicht als ungewöhnlich. Ähnliche Aufnahmen gelangen bereits im Juni bei Feldatal-Stumpertenrod und Dirlammen im Vogelsberg.

Fotofalle bestätigt Luchs im Spessart

Mitte September geriet ein Luchs bei Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) in den Sensorbereich einer Fotofalle, die an einem Riss installiert war. Der erste C1-Nachweis im hessischen Spessart in diesem Jahr.


 

Zuletzt gelang dort ein Foto-Nachweis im November 2018. Vermutungen, es könnte sich in beiden Fällen um dasselbe Tier gehandelt haben, lassen sich leider nicht erhärten, da die Qualität der Aufnahmen einen Fellmustervergleich nicht zulässt.

Kalb im Vogelsberg von Wolf gerissen

Anfang September wurde auf einer Weide bei Ulrichstein-Unter-Seibertenrod (Vogelsbergkreis) ein totes Kalb gefunden, das deutliche Fraßspuren an Rumpf und Hinterläufen aufwies. Das Ausmaß der Nutzung und ein Tötungsbiss im Kehlbereich legten einen großen Beutegreifer nahe. Die Obduktion im Landeslabor und die vom Forschungsinstitut Senckenberg untersuchten Genproben ergaben, dass das neugeborene Tier von einem Wolf gerissen wurde.

Es spricht vieles dafür, dass es sich dabei um jenen Wolf gehandelt hat, der seit Mai 2019 rund um Ulrichstein immer wieder gesehen und auch fotografiert wurde. Bereits Anfang Juli konnte er an einem toten Reh auch genetisch nachgewiesen werden. Später wurden seine Kothaufen gefunden und schließlich geriet er im August bei Helpershain in eine Fotofalle des Landesamts für Naturschutz (HLNUG), das acht Kameras im Raum Ulrichstein installiert hat.

Anfang Juli wurde bei Feldatal-Köddingen (Vogelsbergkreis) ein gerissenes Schmalreh gefunden, das einen markanten Kehlbiss aufwies, dessen Zahnabstand für einen Luchs zu groß war. Der zuständige Luchsbeauftragte installierte am Riss eine Fotofalle, die bereits in der folgenden Nacht einen Wolf nachwies. Das Beutetier war nahezu vollständig genutzt worden.

Ende Juni gelangen bei Ober-Seibertenrod (Vogelsbergkreis) Zufallsfotos eines Wolfes.

Bereits in der letzten Juniwoche war bei Feldatal-Stumpertenrod (Vogelsbergkreis) erneut ein Wolf aufgetaucht. Er lief beim Heumachen vor einem Traktor her und zeigte sich durch das Fahrzeug nicht sonderlich verängstigt. Dem Landwirt gelangen Videoaufnahmen mit seinem Mobiltelefon.


 

Es ist nicht auszuschließen, dass es sich bei dem vom Traktor aus gefilmten Tier um jenen Wolf handelt, der bereits Ende Mai in der Gemarkung Stumpertenrod dokumentiert werden konnte. Da aber in beiden Fällen keine Genspuren (Haare, Kot) gefunden wurden, kann darüber nur spekuliert werden. Nach den Monitoring-Standards des Bundesamts für Naturschutz gilt ein Wolf erst dann als „ortsfest“, wenn er in einem Gebiet mindestens sechs Monate nachgewiesen wurde.

Wolf riss ungeschützte Schafe in Waldhessen

Die DNA-Proben von den Mitte Juni bei Ronshausen (Kreis Hersfeld-Rotenburg) gerissenen Schafen haben mittlerweile einen Wolf bestätigt, dessen genaues Genprofil aber nicht ermittelt werden konnte. Man kennt lediglich die Gengruppe HW01, die in Mitteleuropa weit verbreitet ist.

Die Schafe waren unzureichend geschützt, da der Hobbyhalter laut Lokalausgabe der HNA ordnungsgemäße Zäune für wirkungslos hält und auch nicht vorhat, sie nun zu installieren.

In Ronshausen ist also der nächste Riss schon programmiert. Diese Ignoranz ist verantwortungslos, da so durchziehende Jungwölfe die Schafe als leichte Beute kennenlernen und später auch an gesicherten Weiden alles daransetzen werden, um sie zu erbeuten. Wenn aber Jungwölfe an Zäunen Stromschläge bekommen, werden sie künftig Weidetiere mit Schmerzen verbinden und sich auf Wildtiere beschränken.

Aktuelle Informationen zum Wolf in Hessen finden Sie auch auf der Wolfsseite des HLNUG. Einen Überblick über die Einwanderung von Wölfen in unser Bundesland bieten unsere Wolfsseiten.

Luchs „M9“ ist tot

Am 21. Juni wurde der in Niedersachsen besenderte Luchs „M9“ bei Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) tot geborgen. Er hatte sich unter einen Schuppen im freien Feld zurückgezogen und war dort verendet. Der in Hessen auch als „Pou“ bekannte Kuder war völlig abgemagert. Sein Gewicht hatte sich auf ganze 10 Kilo halbiert.

Die Spurenlage zeigte, dass „M9“ auf eigenen Pfoten dorthin gekommen war. Schleifspuren oder menschliche Fußabdrücke waren nicht zu finden. Daher kann eine Fremdeinwirkung am Fundort ausgeschlossen werden. Das Tier wies keine sichtbaren Verletzungen oder äußerlich erkennbaren Krankheiten auf.

Das Luchsprojekt Harz hatte das Landesamt für Naturschutz (HLNUG) alarmiert. Einer unserer regionalen Luchsbeauftragten übernahm die Bergung, bei der auch die Polizei hinzugezogen wurde. Im Harz war zuvor ein eindeutiges „Totsignal“ empfangen worden. Das GPS-Halsband des Tieres hatte 24 Stunden lang von der gleichen Stelle gesendet und so Bewegungslosigkeit signalisiert.

Die Obduktion beim Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin ergab, dass „M9“ an einer fortgeschrittenen Entzündung der Lunge und des Rippenfells litt. Dadurch war er so entkräftet, dass er nicht mehr jagen konnte und schließlich verhungert ist.

Wölfe streifen durch das Land

In Hessen waren in letzter Zeit etliche Einzelwölfe unterwegs, die offenbar nur durchgezogen sind. Laut Landesamt für Naturschutz (HLNUG) gibt es keine Hinweise auf ortsfeste Streifgebiete.

Am 6. Juni dokumentierte eine Fotofalle des Luchs-Monitorings nordwestlich von Herleshausen (Werra-Meißner-Kreis) einen Wolf. Bereits Anfang Juni war einem Landwirt bei Dirlammen (Vogelsbergkreis) ein weiterer Wolf begegnet, der dessen Traktor offenbar für ungefährlich hielt und den Menschen in der Kabine nicht wahrnahm. Das Tier konnte deshalb längere Zeit beobachtet werden.

Bei Dirlammen gelangen etliche Fotos und ein Video, das aus der Kabine des Traktors gedreht wurde.


 

Ende Mai konnte ein einzelner Wolf auch bei Feldatal-Stumpertenrod (Vogelsbergkreis) gefilmt werden. Der Aufnahmeort wurde vom zuständigen Luchsbeauftragten bereits überprüft. Mittlerweile hat auch die Fachstelle Wolf des Bundes (DBBW) das Material ausgewertet und einen Wolf bestätigt.


 

Neben dem Video gelangen bei Stumpertenrod auch etliche Fotos, die dasselbe Tier zeigen:

Bereits am 12. Mai war bei Ulrichstein (Vogelsbergkreis) ein Wolf fotografiert worden. Im April wurden bei Zierenberg (Kreis Kassel) und bei Mittelkalbach (Kreis Fulda) an gerissenen Schafen Genproben genommen, die ebenfalls einen Wolf belegen. In Mittelkalbach konnte die Wölfin GW1227f ermittelt werden, die bisher in Hessen noch nicht nachgewiesen wurde. Die Proben aus Zierenberg belegten den Wolfsrüden GW1258m. Anfang April erfasste eine Kamera des Luchs-Monitorings bei Heyerode (Thüringen) einen weiteren Wolf. Vom Aufnahmeort sind es noch ganze 6 km bis zur hessischen Grenze.

Bei zwei toten Schafen, die Ende März bei Alheim-Licherode (Kreis Hersfeld-Rotenburg) untersucht wurden, konnte mittlerweile die Wölfin GW1142f als „Täterin“ ermittelt werden.

Die Vorgeschichte des toten Wolfs, der am 28. Februar an der A 45 bei Herborn entdeckt wurde, haben wir ja bereits breiter dargestellt. Die Wölfin stammte aus keinem der genetisch bekannten Rudel, konnte aber durch ihre Gengruppe HW01 der mitteleuropäischen Flachlandpopulation zugeordnet werden. Sie wurde vom Forschungsinstitut Senckenberg als GW1194f in die Datenbank aufgenommen.

Genproben von einem Rehriss Ende Februar bei Bad Hersfeld-Kathus belegten die Wölfin GW1166f. Bereits am 19.02. geriet ein wolfsähnliches Tier bei Herleshausen (Werra-Meißner-Kreis) in eine Fotofalle des Luchs-Monitorings. Das Bild legt einen Wolf nahe, kann aber wegen seiner unzureichenden Qualität nicht als C1-Nachweis gewertet werden.

Hinweise auf Wölfe nehmen unsere Luchsbeauftragten in den Landkreisen gerne entgegen. Weitere Informationen zum Wolf in Hessen finden Sie auf unseren Wolfsseiten und beim Landesamt für Naturschutz.

Luchs „M9“ nimmt eine Abkürzung

Der in Niedersachsen besenderte Luchs „M9“ war im Frühjahr 2019 überwiegend im Werra-Meißner-Kreis unterwegs. Mitte März lief er ausgesprochen entspannt durch einen Bauernhof in einem Ortsteil von Hessisch Lichtenau. Die dort installierte Überwachungskamera erfasste ihn kurz nach Mitternacht.


 

Da in und an dem Gehöft keine Nutztiere gehalten werden, ging es offensichtlich nicht um einen Beutezug. „M9“ wollte wohl lediglich zu einem nahen Waldrand und die Durchquerung der Hofstelle war der kürzeste Weg. Inzwischen hat das Luchsprojekt Harz die Funksignale des Kuders ausgewertet und seinen Aufenthalt im Westen von Hessisch Lichtenau bestätigt.

Toter Wolf bei Herborn wurde zuvor gefilmt

Laut Umweltministerium wurde am 28.02.2019 an der Autobahn A 45 bei Herborn (Lahn-Dill-Kreis) ein toter Wolf entdeckt, der offenbar von einem Kraftfahrzeug getötet worden war. Die kräftige Wölfin wog 35 Kilogramm. Das Forschungsinstitut Senckenberg ermittelte bei ihr die Gengruppe HW01 und konnte sie so der mitteleuropäischen Flachlandpopulation zuordnen. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass es sich um jenes Tier handelt, das bereits am 26.02. zwischen Steinperf und Bottenhorn (Kreis Marburg-Biedenkopf) von einer Spaziergängerin gefilmt worden war.


 

Am 27.02. war dann bei Bottenhorn ein überfahrenes Reh gefunden worden, das ein großer Beutegreifer als Aas genutzt hatte. An den Einbissen wurden genetische Proben gezogen und untersucht. Sie stimmten mit dem Genprofil der toten Wölfin überein, die also in der Nähe des Aufnahmeortes war. Unwahrscheinlich, dass es dort einen zweiten Wolf gab, der der Spaziergängerin vor die Kamera lief. Die Genetik belegt zudem, dass das tote Tier nicht jene Wölfin ist, die auf dem Truppenübungsplatz Daaden mehrfach genetisch nachgewiesen wurde. Darüber war spekuliert worden, da das Militärareal im rheinland-pfälzischen Westerwald nur 25 km Luftlinie vom Unfallort entfernt liegt.

Mittlerweile hat sich ebenfalls herausgestellt, dass der am 19.02.2019 auf der A6 bei Öhringen (Baden-Württemberg) überfahrene Wolf jenes Tier war, das Mitte Januar aus dem Wildpark Knüll bei Homberg/Efze (Schwalm-Eder-Kreis) entkommen konnte. Der Gehegewolf wurde durch einen implantierten Chip identifiziert.

Video belegt „neuen“ Luchs im Reinhardswald

Die Luchssichtungen der letzten Monate im Reinhardswald (Landkreis Kassel) wurden mittlerweile von einer Videoaufnahme bestätigt, die einem Revierleiter von HessenForst Anfang Januar im Nordosten des Waldgebietes gelang.


 

Die Nähe zur niedersächsischen Grenze lässt vermuten, dass dieses Tier aus dem 30 km entfernten Solling zugewandert ist, wo 2018 auch Luchsnachwuchs belegt werden konnte. Ob es sich bei dem Luchs um ein Weibchen oder einen Kuder handelt, lässt sich anhand der Aufnahme nicht klären. Deutlich ist allerdings, dass das Tier kein Senderhalsband trägt. Die Suche nach genetischem Material im Umfeld blieb leider ohne Erfolg.

Schafe bei Hessisch Lichtenau gerissen

„M9“ bei Hessisch Lichtenau (Foto: Mike-Patrick Heinemann)
„M9“ bei Hessisch Lichtenau

Als Hobbyzüchter Mike-Patrick Heinemann Mitte Januar auf seine Weide bei Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) kam, lagen seine zwei Zwerg-Schafe tot hinter dem Elektrozaun. Nur wenige Meter daneben bewachte ein Luchs mit Senderhalsband die beiden Risse. Der entfernte sich nun ohne Hast über die Nachbarweide und konnte dabei fotografiert werden. Der zuständige Luchsbeauftragte dokumentierte die typischen Fraßspuren und die ordnungsgemäße Zäunung durch 1,20 m hohe Gitternetze, die ausreichend Strom aufwiesen. Das Luchsprojekt Harz bestätigte wenig später verdichtete Ortsmeldungen von Kuder „M9“ auf Heinemanns Weide. Der „Täter“ war identifiziert.

Schon Wochen zuvor hatte „M9“ an der Landesgrenze bei Hann. Münden für Aufsehen gesorgt, als er dort am vierten Adventssonntag ein gerissenes Reh bewachte und sich von Spaziergängern nicht weiter stören ließ (siehe unten).
Seine Telemetrie-Daten zeigen, dass er sich wenig später für die Rückkehr nach Hessen entschied, wo er bereits 2016 nachgewiesen worden war. Damals wurde er bei uns als „Pou“ registriert.

Bei seiner neuerlichen „Hessen-Tour“ ab Ende Dezember wurde „M9/Pou“ nicht nur kontinuierlich geortet, sondern auch am 28.12.18 bei Alheim (Kreis Hersfeld-Rotenburg) fotografiert. Das Senderhalsband war nicht zu übersehen. Danach zog er wieder gen Norden in den Werra-Meißner-Kreis, wo er auf die beiden Zwerg-Schafe traf. Die Kleinwüchsigkeit der Tiere dürfte dabei eine Rolle gespielt haben, denn andere, normal große Schafe auf Heinemanns Weide hat er nicht angerührt. Der Züchter bedauerte natürlich den Verlust seiner seltenen Quessant-Schafe, zeigte aber auch Verständnis für den Luchs, der ja „erlaubte“ und „unerlaubte“ Beutetiere nicht unterscheiden könne. Natürlich habe auch die Großkatze das Recht, in Hessens Wäldern zu leben.

Der Luchs in den Landkreisen

Die „veralteten“ Beiträge der aktuellen Seite wurden früher nur intern archiviert. Wir machen sie nun nach und nach auf unseren Landkreis-Seiten zugänglich. Dort wurden mittlerweile die interessantesten Luchshinweise aus neun Kreisen und einem Stadtgebiet zusammengestellt und aktualisiert.

Faltblatt als Download

Das Faltblatt „Der Luchs ist zurück in Hessen“ (pdf·1 MB), das das Umweltministerium in Zusammenarbeit mit dem AK Hessenluchs herausgegeben hat, steht nun auch als Download im Netz. Es enthält einen kurzen „Steckbrief“ des Luchses und beantwortet die häufige Frage nach der Gefährlichkeit der Tiere für Menschen und Hunde. Thema ist auch die Perspektive des bislang kleinen, hessischen Luchsbestands.


Weiter finden Sie auf den Seiten des Arbeitskreises Hessenluchs:


Luchs in Überwachungskamera

  • Die Telefonnummern der Luchsbeauftragten in Ihrem Landkreis, die Ihre Luchsbeobachtung (Sichtung, Rissfund, Fährte, Ruf) gerne entgegennehmen und ein offenes Ohr für Ihre Fragen zum Thema Luchs haben.
  • Unser virtuelles Merkblatt Luchsspuren hilft bei der Identifikation von Luchsnachweisen aller Art.
  • Unter dem Stichwort Der Luchs finden Sie einen Rückblick auf die Einwanderung der Luchse in unser Bundesland und wichtige Daten zu ihrer Biologie.
  • Die jährlichen Luchsberichte (pdf·6,5 M) dokumentieren die neuere Entwicklung.
  • Außerdem bieten wir ausgewählte Artikel aus der Presse zum Thema „Luchs in Hessen“
  • und kündigen interessante Luchs-Veranstaltungen an.
  • Auch die Wölfe finden bei uns ein Refugium. Wir haben die Beobachtungen in Hessen zusammengestellt.
  • Auf der Seite „Über uns“ erfahren Sie, wer hinter dem „Arbeitskreis Hessenluchs“ steckt.

 

Video rechts:
Ende September 2005 lief bei Marburg ein Luchs durch den Aufnahmebereich einer Überwachungskamera.

Mobile Fotofallen sind einsatzbereit

Luchs in Fotofalle in Hessen / Schwalm-Eder-Kreis
Schnappschuss mit Selbstauslöser
(zum Vergrößern klicken)

Der Arbeitskreis verfügt über mobile Fotofallen, die im Werra-Meißner-Kreis und im Rhein-Main-Gebiet „stationiert“ sind. Sie sind jederzeit einsatzbereit, wenn aus irgend einem Teil Hessens ein gerissenes Wild- oder Nutztier gemeldet wird, das von einem Luchs erbeutet wurde. Wichtig ist, dass das gerissene Tier dann unberührt am Fundort verbleibt und möglichst rasch ein für den Landkreis zuständiger Luchsbeauftragter informiert wird. Da der Luchs in der Regel mehrfach zu seiner Beute zurückkehrt, sind die Chancen gut, dass er dabei die Fotofalle auslöst. Wir installieren die Spezialkamera stets in Absprache mit dem Jagdausübungsberechtigten. Bei Nutztieren (Schafe, Ziegen, Gatterwild) wird natürlich der Besitzer hinzugezogen.

Rückblick: Die vergangenen Monate

„Luchsspuren 14“ Ende Mai in Wetzlar

Auch in diesem Jahr lädt der Arbeitskreis Hessenluchs wieder zu seiner Fortbildung ein. „Luchsspuren 14“ findet am Samstag, dem 25. Mai, in der Naturschutzakademie in Wetzlar statt und steht allen Interessierten offen.

Thema des Wildbiologen Paolo Molinari (Tarvisio) wird das Management großer Beutegreifer in Italien und der dortige Umgang mit Mischlingswölfen sein. Von Markus Port (Uni Göttingen) erwarten wir die obligate Bilanz des Foto-Monitorings in Nordhessen und erfahren von ihm auch Details der neuen Monitoringprojekte in Thüringen, an denen er maßgeblich beteiligt ist. Die Interaktion zwischen Luchs und Reh ist das Thema eines Forschungsprojektes in der Pfalz, das Carolin Tröger und Ulf Hohmann von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (Trippstadt) vorstellen werden. Die Ermittlung von Genprofilen bei Luchs und Wolf wird uns dann Carsten Nowak (Wildtiergenetik Senckenberg, Gelnhausen) näherbringen. Ergänzend gibt uns seine Kollegin Laura Hollerbach praktische Hinweise zur Beprobung von Rissen und Kot für die DNA-Bestimmung und erläutert ihre Suchhund-Einsätze beim Monitoring großer Beutegreifer.

Die Veranstaltung ist kostenlos, hat allerdings eine Anmeldefrist bis 10. Mai. Laden Sie sich die Einladung mit Anmeldeabschnitt (pdf·160 KB) herunter. Sie darf gerne an Interessierte weitergegeben werden.

Luchs „M9“ an der Landesgrenze

Spaziergänger hatten die Luchsbeauftragte alarmiert. Oben im Wald läge ein „unfreundlicher Luchs“ direkt neben dem Weg, der alle Leute mit Hunden aggressiv anfauche. Und das an einem friedvollen Sonntagmorgen im Dezember 2018, einen Tag vor Heiligabend. Über Facebook gab es schon erste Fotos und der Aufmarsch der Neugierigen hielt an.

Der Ort der Aufregung lag im Stadtwald von Hann. Münden (Niedersachsen), ganze 30 Meter von der hessischen Grenze entfernt. „Der Luchs schien sehr gelangweilt“, so die Luchsbeauftragte Petra Walter, Revierleiterin bei HessenForst, die praktischerweise in Münden zuhause ist. „Er döste im Wegedreieck zweier Hauptspazierwege, gähnte ab und zu herzhaft, streckte sich gelegentlich und wedelte freundlich mit dem Stummelschwanz. Nicht ohne Starallüren – wie mir schien. Eine Distanz von 10 Meter Entfernung zu den Menschen beunruhigten ihn nicht sonderlich. Lediglich aufdringliche Hunde brachten ihn in Wallung und führten zu Scheinangriffen.“

Der Luchs hatte einen guten Grund, dort zu sein. Er bewachte ein frisch gerissenes Reh, das er mit Laub abgedeckt und so nahezu unsichtbar gemacht hatte. Seine Ohrmarke und sein Senderhalsband legten nahe, dass er aus dem Harz zugewandert war. Ole Anders vom Luchsprojekt Harz wurde hinzugezogen und identifizierte das Tier als Kuder „M9“, der am 6. Dezember 2018 bei Seesen (Harz) zum zweiten Mal besendert worden war. Bereits 2016 war er in Nordhessen in etliche Fotofallen geraten und wurde damals „Pou“ getauft. Kurz danach konnte er bei Hedemünden (Niedersachsen) erstmals mit einem Sender versehen werden. Seit damals führt ihn das Luchsprojekt Harz als „M9“. Irgendwann verlor „Pou/M9“ dann dieses erste Senderhalsband und geriet aus dem Blick.
Nun stand er kurz vor seiner Rückkehr nach Hessen und um ihn herum die aufgeregten Spaziergänger und Hobbyfotografen. Um die Situation im Mündener Stadtwald zu beruhigen, entschied man schließlich, den Riss an eine nahe, aber unzugängliche Stelle zu verlegen, an der „Pou“ die Chance hatte, ihn erneut in Besitz zu nehmen.


 

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