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Informationen zu Luchs und Wolf in Hessen

Aktuell – neue Meldungen über den Luchs in Hessen

Dezember 2017

Mitte November wurden auf einer Weide bei Hesseneck-Kailbach (Odenwaldkreis) sieben gerissene Schafe gefunden. Fünf weitere Tiere waren verletzt. Pfotenabdrücke und Bissspuren belegten einen großen Caniden, der die Herde mit 230 Schafen attackiert hatte. Die Spurenlage ließ offen, ob ein Wolf oder ein streunender Hund als „Täter“ in Frage kam. Nach Auswertung der Genproben hat das Forschungsinstitut Senckenberg mittlerweile einen Wolf bestätigt, der aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation stammt. Das Tier ist also aus den deutschen Wolfsgebieten oder aus Westpolen zugewandert.

Wenige Tage zuvor waren bereits im 15 km entfernten Mossautal-Hüttenthal eine Ziege und ein Schaf gerissen worden. Ihr Halter gab an, auf der Weide ein „wolfsähnliches Tier“ gesehen zu haben. Auch hier wurden Genuntersuchungen veranlasst, die den Wolfsverdacht inzwischen bestätigt haben.
Am 20. November wurden dann auf einer Weide bei Erbach-Lauerbach vier weitere Schafe entdeckt, die durch einen Kehlbiss verendet waren. Dort wurde ebenfalls ein Wolf genetisch nachgewiesen. Von Hüttenthal nach Lauerbach sind es nur 5 km Luftlinie. Es liegt nahe, dass es sich an allen drei Orten um dasselbe Tier gehandelt hat. Dass dieser Wolf jenes Tier ist, das Anfang September bei Wald-Michelbach fotografiert wurde, scheint plausibel. Doch Beweise gibt es dafür nicht.

In Kailbach wie in Hüttenthal hatte man die Weiden nur an drei Seiten mit Elektrozäunen gesichert. Die jeweils angrenzenden Bäche waren ohne Zaun. Eine Einladung an alle Fressfeinde und an Hunde, die ihren Jagdtrieb ausleben wollen. Auch die kleine Herde bei Lauerbach war nicht wirksam geschützt. Aktuelle Vorfälle in der Lausitz und in Niedersachsen belegen, dass Wölfe erst durch unzureichende Zäune lernen, dass Weidetiere leichte Beute sind. So konditionieren verantwortungslose Tierhalter die großen Beutegreifer auf Schafe, Ziegen und neuerdings auch auf Rinder.

Dieser nachlässige Herdenschutz verstößt zudem gegen §3 der „Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere“, der den Halter verpflichtet, seine Tiere vor Beutegreifern zu sichern. Zumal bereits seit September bekannt ist, dass im Odenwald ein Wolf nachgewiesen wurde.

Die Pressemitteilung des Umweltministeriums finden Sie hier.

Luchsnachweis im bayerischen Spessart

Im angrenzenden Unterfranken ist erstmals seit zwei Jahren wieder ein Luchs bestätigt worden. Das Tier wurde Anfang Oktober von einer Fotofalle im bayerischen Teil des Spessarts dokumentiert. Der Aufnahmeort liegt nur 15 km von der hessischen Grenze entfernt.

Das Foto vom 9. Oktober wurde bei der Auswertung einer Wildkamera entdeckt, die ein Jäger an einer Lockfütterung für Wildschweine installiert hat. Das bayerische Landesamt für Umwelt geht davon aus, dass der im Main-Spessart-Kreis aufgenommene Luchs nicht mit den Tieren der ostbayerischen Population verwandt ist. Darauf deute das längere Fell mit dem wenig ausgeprägten Fleckenmuster hin.

In Unterfranken gab es bereits im Oktober 2015 den ersten Fotonachweis eines Luchses – damals in der Schwarzen Rhön. Im Landkreis Bad Kissingen wurde zudem zwischen November 2015 und April 2016 nach Rissen in Damwild-Gehegen mehrfach ein Luchs durch genetische Proben nachgewiesen, der der Harz-Population zugeordnet werden konnte. Ob es sich bei dem aktuell im Spessart fotografierten Tier um denselben Luchs handelt, ist nicht zu klären, da von diesem Tier bislang kein Gen-Profil vorliegt.

Im Odenwald ist ein Wolf unterwegs

Nachdem bereits Mitte August im Raum Wald-Michelbach (Kreis Bergstraße) ein wolfsähnliches Tier gesehen wurde, gelangen dort Anfang September einem Naturfotografen mehrere Aufnahmen. Die Fotos wurden mittlerweile von Experten der DBBW überprüft und das Tier als Wolf bestätigt. Am Aufnahmeort wurden zudem die üblichen Kontrollfotos gemacht, die sicherstellen, dass das Tier nicht in einem Wildpark fotografiert wurde.

Damit ist gut 150 Jahre nach seiner historischen Ausrottung wieder ein Wolf im Odenwald unterwegs. Dort war der „letzte Wolf“ 1866 bei Eberbach am Neckar erschossen worden.

Da das Tier schon längere Zeit im selben Gebiet jagt und auch immer mal wieder gesehen wurde, ist es zumindest denkbar, dass der mutmaßlich vorjährige Jungwolf nicht nur auf Stippvisite ist, sondern ein festes Revier bezogen hat.

Der Anfang Oktober bei Widdern (Kreis Heilbronn) durch Genproben an Schafsrissen nachgewiesene Wolf nährte natürlich die Vermutung, es könne sich dabei um den „Odenwälder“ handeln, der möglicherweise nach Baden-Württemberg abgewandert sei. Luftlinie sind das etwa 50 km. Da aber von dem in Hessen fotografierten Tier bislang kein Gen-Profil existierte, das man vergleichen konnte, musste die Überlegung Spekulation bleiben. Die Genetik jenes Wolfes, der im November im Odenwald mehrere Schafherden attackierte, könnte jetzt eventuell beweisen, dass dieses Tier auch auf der Weide bei Widdern war. Dem Forschungsinstitut Senckenberg liegen alle notwendigen Gen-Profile vor.

Weitere Informationen und den Link zum Meldebogen für Wolfshinweise finden Sie auf unseren Seiten zum Wolf in Hessen.

Luchskuder aus Niedersachsen am Meißner verendet

Ende August wurde der besenderte Luchs M10 bei Germerode (Werra-Meißner-Kreis) tot gefunden. Bei der Obduktion durch das IZW in Berlin konnten keine Geschossreste entdeckt werden, so dass von einem natürlichen Tod ausgegangen werden muss. Da der adulte Kuder schon stark verwest war, ergaben sich auch keine eindeutigen Hinweise auf Krankheiten.

M10 war im Februar 2017 bei Hildesheim vom Luchsprojekt Harz besendert worden. Von dort wanderte er innerhalb kurzer Zeit in den Harz. Mitte Mai überquerte er dann bei Bad Sooden-Allendorf die hessische Grenze und wurde seither im Raum Hessisch Lichtenau geortet. Mit rund 150 Kilometern (Luftlinie) bzw. 300 Kilometern bei Verbindung aller telemetrischen Nachweispunkte ist dies die bisher längste Wanderung eines niedersächsischen Luchses, die dokumentiert werden konnte.

„Luchsbericht 2017“ vorgestellt

Der Luchsbestand in Hessen erholt sich langsam, doch erstmals fehlt ein Beleg für eine erfolgreiche Jungenaufzucht. Das ist die Kernaussage des Luchsberichts 2017 (pdf·3,2 M), den die hessische Umweltministerin Priska Hinz am 6. September 2017 in Wiesbaden vorgestellt hat. „Wir dürfen wieder optimistisch sein, denn es wurden keine verendeten Luchse mehr gefunden und die beobachteten Tiere sahen alle gesund aus“, so die Ministerin.

Karte hessischer Luchshinweise aus dem Zeitraum 01.05.2016 – 30.04.2017

Von Mai 2016 bis April 2017 gingen beim Arbeitskreis Hessenluchs 166 Meldungen ein. Neben 33 C3-Hinweisen (Sichtungen, Rufe) konnten 9 C1-Nachweise durch Zufallsfotos, 7 durch Funde eines Spürhundes und 5 durch Telemetrie erbracht werden. Das Fotofallen-Monitoring in Nordhessen ergab 112 C1-Nachweise, wobei Mehrfachbelege desselben Tieres mitgezählt werden. Es gibt also keineswegs 112 Luchse im Untersuchungsgebiet, sondern nach wie vor in ganz Hessen einen geschätzten Bestand von maximal 10 Tieren. Die aktuelle Verbreitungskarte steht bereits seit dem Frühsommer im Netz.

Grundlage der Bestandsschätzung sind die zahlreichen plausiblen Hinweise auf Luchse, die beim Arbeitskreis Hessenluchs aus ganz Hessen eingingen, und die umfangreichen Forschungsarbeiten von Dr. Markus Port, Universität Göttingen. Insgesamt konnte er mindestens vier verschiedene Luchse, drei Männchen und ein Weibchen, in seinem rund 650 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebiet in Nordhessen nachweisen. Nachdem der Bestand in diesem Gebiet durch die Räude zeitweilig auf ein bis zwei Tiere abgesunken war, ist dies eine erfreuliche Entwicklung. Die Zuwanderung neuer Luchse erfolgte nach heutigem Kenntnisstand aus dem Harz.

Luchs verblüfft Jäger

Mitte August war ein Jäger nördlich von Gerstungen (Thüringen) auf Ansitzjagd. Das Waldgebiet grenzt unmittelbar an Hessen. Als er nichtsahnend die Leiter eines Hochsitzes bestieg, bemerkte er in der Kanzel einen Luchs, der die erhöhte Position offenbar als Ausguck genutzt hatte. Das Tier war zunächst ebenso verdutzt wie der Weidmann, sprang dann aber über die rückwärtige Brüstung des Hochsitzes und machte sich davon. Nach etwa 40 m hielt der Luchs jedoch inne und sah sich den Jäger auf der Leiter an. Der nutzte die Gelegenheit für etliche Aufnahmen mit seinem Mobiltelefon.


Im angrenzenden Landkreis Hersfeld-Rotenburg (Hessen) gibt es mittlerweile etliche Luchsnachweise. Unter anderem wurde im April bei Nentershausen ein Luchspaar fotografiert. Der Aufnahmeort liegt maximal 10 km Luftlinie von der Begegnung in Thüringen entfernt. Die Größe der Streifgebiete legt nahe, dass ein Luchs, der im äußersten Osten des Kreises unterwegs ist, zumindest gelegentlich auch jenseits der Landesgrenze jagt. Allerdings hatte es dort bislang keine Nachweise gegeben.

Wieder ein Wolf in Nordhessen?

Am 3. und 4. August 2017 wurde im Südteil des Reinhardswaldes zwischen Holzhausen, Gahrenberg, Hann. Münden und Wilhelmshausen ein „wolfsähnliches Tier“ gesichtet. Dabei gelangen einem Revierleiter von HessenForst mehrere Fotos mit seinem Mobiltelefon, deren Qualität leider keine eindeutige Artbestimmung zulässt.

Hinzugezogene Experten konnten zumindest nicht ausschließen, dass auf den Bildern ein Wolf zu sehen ist. Wissenschaftlich eindeutige Belege fehlen bisher. Auch die Fotofallen des Luchs-Monitorings im Reinhardswald konnten das Tier bislang nicht dokumentieren. So bleibt abzuwarten, ob genetisches Material gefunden wird oder weitere Fotos die Vermutung erhärten.

Das Umweltministerium bittet Schaf- und Ziegenhalter in dieser Gegend vorsorglich, ihre Zäune zu kontrollieren und insbesondere bei Elektrozäunen auf die Stromspannung zu achten, da auch von frei laufenden großen Hunden eine Gefahr ausgehen könne.

Laut Ministerium besteht für Spaziergänger im Reinhardswald keine Gefahr, trotzdem sollten Hunde in der nächsten Zeit nur angeleint geführt werden. Bei einem (eher unwahrscheinlichen) Kontakt reiche meist ein lautes Rufen aus, um einen Wolf zu vertreiben. Auf keinen Fall solle man versuchen, das Tier anzulocken oder gar zu füttern. Das Ministerium ruft dazu auf, weitere Beobachtungen via Mail an wolf@umwelt.hessen.de zu melden. (Quelle: Pressemitteilung 245-0808 HMUKLV)

Erster Luchsnachweis im Reinhardswald

Nach etlichen Sichtungen im Reinhardswald (Landkreis Kassel) wurde das Foto-Monitoring erneut auf dieses Gebiet ausgedehnt. Anfang Juli geriet dann auch ein Luchs in den Sensorbereich einer Kamera. Der erste C1-Nachweis im Reinhardswald.

Mittlerweile wurden weitere Sichtungen aus dem Bereich Reinhardshagen gemeldet. Eine frühere Ausbringung von Fotofallen im Reinhardswald von April bis Oktober 2016 hatte zu keinem Beleg geführt. Allerdings war im September 2016 eine Luchsin mit Jungtier gesehen worden.

Schon Ende der neunziger Jahre hatte man dort über längere Zeit einen Luchs beobachtet, der als „eher zierlich“ beschrieben wurde. Von daher war klar, dass in allen Fällen dasselbe Tier gesehen wurde. Die Nähe zum Tierpark Sababurg ließ damals sehr bald den Verdacht aufkommen, dass der Luchs zum dortigen Bestand gehörte und nun dabei war, auch andere Teile des Reinhardswalds zu erkunden. Doch die Sababurg-Luchse waren noch vollzählig. Das Tier musste zugewandert sein.

Spaziergänger fotografieren Wolf

Am Abend des 31. Mai gelangen bei Biebertal (Landkreis Gießen) mehrere Aufnahmen eines Wolfes. Das Tier wurde in den Feldern westlich des Hofgutes Haina von zwei Spaziergängern entdeckt, die es mit einem Mobiltelefon fotografierten. Die „Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf“ (DBBW) hat mittlerweile die Fotos ausgewertet und bestätigt. Vermutlich handelt es sich um ein einzelnes, vorjähriges Jungtier, das auf Reviersuche ist. Der Jährlingswolf trägt offensichtlich ein Beutetier im Fang, dessen Konturen ein Rehkitz nahelegen.

Nach dem Wolfsnachweis vom 27. April bei Twistetal (Kreis Waldeck-Frankenberg) und den Nachweisfotos aus dem grenznahen Nordrhein-Westfalen vom 24. Mai (Alertshausen) und 25. Februar (Bontkirchen), kann man natürlich darüber spekulieren, ob dort womöglich dasselbe Tier dokumentiert wurde. Die Qualität der Aufnahmen reicht aber für einen Foto-Vergleich nicht aus. Auch gibt es bislang keine Genproben der gemeldeten Wölfe. Es muss offen bleiben, ob der „Biebertaler Wolf“ noch in der Region ist. Im Juni gab es in Hessen keine neuen Sichtungen.

Weitere Informationen und den Link zum Meldebogen für Wolfshinweise finden Sie auf unseren Seiten zum Wolf in Hessen.

Wolf bei Twistetal gefilmt

Am Abend des 27. April wurde bei Twistetal (Kreis Waldeck-Frankenberg) ein Wolf beobachtet. Das Tier überquerte eine Landstraße und verschwand dann ohne Hast in den Feldern. Dabei gelangen einem Autofahrer Videoaufnahmen mit seinem Mobiltelefon. Das dokumentierte Tier wurde von Experten der „Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf“ (DBBW) als junger Wolf bestätigt. Sein rötlich erscheinendes Fell ist keine reale Farbvariante. Der Eindruck entsteht durch das Licht der tiefstehenden Abendsonne.


 

Da Ende Februar bei Bontkirchen (NRW) ebenfalls ein Wolf dokumentiert wurde, ist es natürlich denkbar, dass es sich damals um dasselbe Tier gehandelt hat. Der Aufnahmeort im Sauerland liegt etwa 22 km Luftlinie von Twistetal entfernt. Beweisen lässt sich das allerdings nicht, da es von beiden Wölfen keine genetischen Befunde gibt.
Mittlerweile wurde aus dem grenznahen NRW ein weiterer Nachweis gemeldet. Bei Alertshausen (Kreis Siegen-Wittgenstein) filmte am 24.05.2017 ein Bauer einen Wolf. Das Gebiet grenzt unmittelbar an Hessen.

Luchspaar in Waldhessen fotografiert

Eine Reihe von Zufallsaufnahmen bei Nentershausen legen nahe, dass sich im Kreis Hersfeld-Rotenburg ein Luchspaar gefunden hat und möglicherweise Nachwuchs ins Haus steht. Die Fotos gelangen am 10. April um 9 Uhr direkt an einer Kreisstraße. Die beiden Tiere ließen sich an die zehn Minuten aus dem Auto beobachten. Einer der Luchse rollte sich einige Male auf den Rücken, was als Paarungsverhalten gedeutet werden kann.

Die zweite Aprilwoche ist für ein Ranzgeschehen eigentlich etwas zu spät. Üblicherweise paaren sich die Tiere von Januar bis März. Deshalb wurde zunächst eine Luchsin mit einem fast erwachsenen Jungtier vermutet. Ein vergrößertes Foto zeigt aber bei dem „linken“ Luchs eindeutig männliche Genitalien. Da bei einem vorjährigen Jungtier die Hoden kaum ausgebildet wären, belegt die Nahaufnahme einen erwachsenen männlichen Luchs. Und da sich adulte Kuder aus dem Weg gehen, ist das „rechte“ Tier mit Sicherheit eine Luchsin.

Gut eine Woche später traf ein Jäger bei Cornberg gegen 17 Uhr auf einen Luchs, der auf einem Forstweg unterwegs war. Da der Wind günstig stand und der Beobachter Tarnkleidung trug, kam das Tier bis auf 30 Meter heran. Dabei gelangen etliche Fotos. Nach etwa zwei Minuten verließ der Luchs „in aller Ruhe“ den Schauplatz.

Fellvergleiche ergaben, dass dort mit hoher Wahrscheinlichkeit der Luchs „Yuki“ abgelichtet wurde. Das Tier wurde im Kreis Hersfeld-Rotenburg bereits durch eine Fotofalle identifiziert und zuvor bei Spangenberg (Schwalm-Eder-Kreis) mehrfach nachgewiesen. Mittlerweile gilt als sicher, dass es sich bei „Yuki“ um einen Kuder handelt, der im letzten Jahr aus Niedersachsen zugewandert ist. Dies belegen u.a. Foto- und Gennachweise, die im April 2016 im Nationalpark Harz gewonnen wurden.

Die Aufnahmeorte bei Cornberg und Nentershausen sind etwa 6 km Luftlinie voneinander entfernt. Es ist also nicht abwegig, dass der Kuder bei Nentershausen ebenfalls „Yuki“ ist. Die Fotoreihe gibt das allerdings nicht her.
 

Der Luchs in den Landkreisen

Die „veralteten“ Beiträge der aktuellen Seite wurden früher nur intern archiviert. Wir machen sie nun nach und nach auf unseren Landkreis-Seiten zugänglich. Dort wurden mittlerweile die interessantesten Luchshinweise aus acht Kreisen und einem Stadtgebiet zusammengestellt und aktualisiert.

Faltblatt als Download

Das Faltblatt „Der Luchs ist zurück in Hessen“ (pdf·1 MB), das das Umweltministerium in Zusammenarbeit mit dem AK Hessenluchs herausgegeben hat, steht nun auch als Download im Netz. Es enthält einen kurzen „Steckbrief“ des Luchses und beantwortet die häufige Frage nach der Gefährlichkeit der Tiere für Menschen und Hunde. Thema ist auch die Perspektive des bislang kleinen, hessischen Luchsbestands.


Weiter finden Sie auf den Seiten des Arbeitskreises Hessenluchs:


Luchs in Überwachungskamera

  • Die Telefonnummern der Luchsbeauftragten in Ihrem Landkreis, die Ihre Luchsbeobachtung (Sichtung, Rissfund, Fährte, Ruf) gerne entgegennehmen und ein offenes Ohr für Ihre Fragen zum Thema Luchs haben.
  • Unser virtuelles Merkblatt Luchsspuren hilft bei der Identifikation von Luchsnachweisen aller Art.
  • Unter dem Stichwort Der Luchs finden Sie einen Rückblick auf die Einwanderung der Luchse in unser Bundesland und wichtige Daten zu ihrer Biologie.
  • Die jährlichen Luchsberichte (pdf·1,6 M) dokumentieren die neuere Entwicklung.
  • Außerdem bieten wir ausgewählte Artikel aus der Presse zum Thema „Luchs in Hessen“
  • und kündigen interessante Luchs-Veranstaltungen an.
  • Auch die Wölfe finden bei uns ein Refugium. Wir haben die Beobachtungen in Hessen zusammengestellt.
  • Auf der Seite „Über uns“ erfahren Sie, wer hinter dem „Arbeitskreis Hessenluchs“ steckt.

 

Video rechts:
Ende September 2005 lief bei Marburg ein Luchs durch den Aufnahmebereich einer Überwachungskamera.

Mobile Fotofallen sind einsatzbereit

Luchs in Fotofalle in Hessen / Schwalm-Eder-Kreis
Schnappschuss mit Selbstauslöser
(zum Vergrößern klicken)

Der Arbeitskreis verfügt über mobile Fotofallen, die im Werra-Meißner-Kreis und im Rhein-Main-Gebiet „stationiert“ sind. Sie sind jederzeit einsatzbereit, wenn aus irgend einem Teil Hessens ein gerissenes Wild- oder Nutztier gemeldet wird, das von einem Luchs erbeutet wurde. Wichtig ist, dass das gerissene Tier dann unberührt am Fundort verbleibt und möglichst rasch ein für den Landkreis zuständiger Luchsbeauftragter informiert wird. Da der Luchs in der Regel mehrfach zu seiner Beute zurückkehrt, sind die Chancen gut, dass er dabei die Fotofalle auslöst. Wir installieren die Spezialkamera stets in Absprache mit dem Jagdausübungsberechtigten. Bei Nutztieren (Schafe, Ziegen, Gatterwild) wird natürlich der Besitzer hinzugezogen.

Rückblick: Die vergangenen Monate

Luchs am Riss fotografiert

Anfang Februar gelangen im Kaufunger Wald bei Helsa (Landkreis Kassel) mehrere Aufnahmen eines Luchses an seinem Riss. Der zuständige Revierleiter hatte eine Fotofalle installiert, nachdem er eine Schleifspur entdeckt hatte, die zu einem gerissenen Reh führte. Das Beutetier hatte der Luchs mit Reisig und Schnee verblendet, sodass es auf den ersten Blick nicht zu erkennen war.


In den folgenden Nächten kehrte das Tier mehrfach zu seinem Riss zurück. Ein Fellvergleich ergab, dass auf den Bildern mit hoher Wahrscheinlichkeit der Kuder „Felux“ zu sehen ist, zu dessen Streifgebiet auch der Wald bei Helsa gehört.

Gatterwild von Luchs gerissen

In der Nacht zum 20. Januar wurden in einem Gehege bei Söhrewald (Landkreis Kassel) sieben Stück Damwild gerissen. Betroffen waren ausschließlich Alttiere und Kälber, die alle nur einen Kehlbiss aufwiesen. Ansonsten waren sie unversehrt. Noch am selben Tag dokumentierten zwei Luchsbeauftragte die Situation. Zahlreiche Pfotenabdrücke neben den toten Tieren und auch die Art und Größe der Bisse belegten, dass nur ein Luchs als „Täter“ in Frage kam.


Der Gehegezaun war nicht schadhaft, aber von einem Luchs problemlos zu überklettern, da er nicht elektrisch gesichert war. In solchen Fällen bieten die Regierungspräsidien den Tierhaltern fachliche Beratung zur Optimierung der Umzäunung an.

Die Tötung mehrerer Beutetiere (surplus killing) wurde noch nie bei Luchsen beobachtet, die in freier Natur jagen. In seltenen Fällen kommt sie aber in Gehegen vor, wenn dort die Nutztiere keine Fluchtmöglichkeit haben. So gab es im April 2016 Mehrfachtötungen in einem Damwild-Gatter in der bayerischen Rhön. Im Dezember riss der Kuder „Friedl“ bei Leibertingen (Baden-Württemberg) drei Schafe und zwei Ziegen und im Januar 2017 wurden bei Lobach (Niedersachsen) sieben Kamerunschafe durch einen Luchs getötet.


 

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©2017 Arbeitskreis Hessenluchs – Kontakt: Gerd Bauer – eMail: gerdbauer33@AOL.com – Tel.: 0611 - 84 65 43