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Informationen zu Luchs und Wolf in Hessen

Aktuell – neue Meldungen über Luchs und Wolf in Hessen

Juli 2018

Ende Juni konnte bei Schmalkalden (Thüringen) ein Wolf fotografiert werden. Es gelangen mehrere Aufnahmen. Das dokumentierte Tier wurde von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt (TLUG) als Wolf bestätigt. In diesem Jahr gab es bereits etliche Sichtungen in der Region, die naturgemäß nicht zu belegen waren. Schmalkalden liegt in einem „Dreiländereck“. Nach Hessen und Bayern sind es nur wenige Kilometer.

Dass es sich bei dem augenscheinlich männlichen Tier um einen Wolf-Hund-Mischling vom Truppenübungsplatz Ohrdruf bei Gotha handelt, kann ausgeschlossen werden, da die dort noch immer vermuteten drei Jungtiere rein schwarz gefärbt sind. Ihr Papa war ein Labrador. Laut Umweltministerium wurde der Aufnahmeort mittlerweile überprüft. Die Kontrolle ist obligatorisch und soll sicherstellen, dass angebliche Belegfotos nicht in einem weitläufigen Wildpark entstanden.

Weitere Informationen und den Link zum Meldebogen für Wolfshinweise finden Sie auf unseren Seiten zum Wolf in Hessen.

Wölfe im Westerwald und in der Rhön

Mitte Mai wurde auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Daaden/Stegskopf im rheinland-pfälzischen Westerwald ein wolfsähnliches Tier fotografiert, das von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) als Wolf bestätigt wurde. Ob es sich bei dem Tier um einen der bereits nachgewiesenen Wölfe aus Rheinland-Pfalz handelt, kann auf Grundlage des Fotos nicht beurteilt werden. Daaden liegt in einem „Dreiländereck“. Die Landesgrenzen zu NRW und Hessen sind nur wenige Kilometer entfernt.

Bereits Ende April war bei Unterelsbach im bayerischen Landkreis Rhön-Grabfeld ein Wolf in eine Fotofalle getappt. Spaziergänger hatten das Tier zuvor bereits mehrfach gesehen.

Vom Aufnahmeort sind es ganze 15 km Luftlinie bis nach Gersfeld in der hessischen Rhön. Dort gibt es allerdings bislang keine Hinweise, die nahelegen, dass das Tier zuvor in Hessen unterwegs war oder mittlerweile über die Landesgrenze eingewandert wäre. Vermutlich ist dieser Wolf ein vorjähriges Jungtier auf der Suche nach einem Partner und einem Revier. Er kann längst über alle Berge sein.

Wolf im Taunus unterwegs?

Seit 2017 im Odenwald ein Wolf nachgewiesen wurde, haben auch im Taunus die Meldungen zugenommen. Es blieb aber stets unklar, ob da wirklich Wölfe oder eben nur „wolfsähnliche Hunde“ beobachtet wurden. Mitte März hat der angebliche „Taunuswolf“ nun endlich Konturen angenommen. Aus Lorch-Ransel (Rheingau-Taunus-Kreis) erreichten uns vor kurzem Fotos, die mit einem Mobiltelefon aufgenommen wurden. Sie zeigen in großer Entfernung ein „wolfsähnliches Tier“.


Die gerade Rückenlinie und die hängende Rute passen durchaus zu einem Wolf. Weitere Kennzeichen sind leider nicht auszumachen. Auf Nachfrage wurde uns versichert, dass es dort im Umland keinen größeren Haushund gibt, auf den die Fotos passen könnten. Wir schließen also einen Wolf nicht aus. Die Aufnahmequalität reicht aber nicht für einen handfesten Nachweis.

Suchhund „Maple“ im Wispertal eingesetzt

Ende März war das Forschungsinstitut Senckenberg mit einem Suchhund im Raum Heidenrod (Rheingau-Taunus-Kreis) unterwegs. Ziel der zweitägigen Begehung war das Auffinden von Luchslosung, die Aufschluss über das Genprofil der dort streifenden Luchse geben sollte. Vorausgegangen waren etliche Sichtungen und Rufe in den Wäldern des oberen Wispertals. Noch im Dezember 2017 wurde dort eine authentische Luchsfährte dokumentiert.

Leider blieb diese erste Suchaktion ohne Resultat, da bei Schnee und strengem Frost die „Geruchsfahne“ von Wildtierkot kaum ausgeprägt ist und daher nicht sonderlich weit reicht. Es könnte also durchaus ein „Fundstück“ im Suchbereich gelegen haben. Trotzdem war es für Laura Hollerbach und ihre speziell ausgebildete Hündin „Maple“ nicht zu finden. Die Begehung wurde vom Arbeitskreis Hessenluchs beauftragt und von der Bürgerstiftung „Unser Land! Rheingau und Taunus“ finanziell gefördert. Nach einer erneuten Luchssichtung in den nächsten Monaten soll die Suche im Bereich Heidenrod noch einmal gezielt aufgenommen werden.

Luchsfährte im Taunus

Vor einiger Zeit erreichten uns zwei Fotos aus dem Raum Heidenrod (Rheingau-Taunus-Kreis), die bereits im Dezember 2017 entstanden sind. Damals war eine Hundeführerin während einer Bewegungsjagd im Hinterlandswald auf die Fährte einer großen Katze gestoßen, die über den Stamm eines umgestürzten Baumes balanciert war. Dies ist einer jener seltenen Fälle, in denen der Luchs seine Krallen ausfährt. Die fotografierten Abdrücke sind katzentypisch, weil die „Nägel“ in kurzem Abstand vor den Zehenballen aufsetzen.

Anders als etwa bei Fuchs, Wolf und Hund, wo sich die Krallen direkt an der Pfote abzeichnen.

Die Größe der Trittsiegel wurde auf 8x7 cm geschätzt, der Durchmesser des Stammes auf etwa 50 cm. Damit wären die Pfotenmaße plausibel und nur ein Luchs käme in Frage. Wildkatzen-Abdrücke sind deutlich kleiner.

Die Aufnahmen entsprechen allerdings nicht den Monitoring-Standards des Bundesamtes für Naturschutz, die einen vergleichenden Maßstab im Bild verlangen. Deshalb können sie nicht als C2-Meldung gewertet werden. Wir haben sie daher nur als C3-Hinweis eingestuft.

Begegnung im grenznahen Thüringen

Anfang Januar war eine Spaziergängerin mit ihrem Hund bei Gerstungen (Thüringen) auf dem ehemaligen „Kolonnenweg“ entlang der alten innerdeutschen Grenze unterwegs. Um die Mittagszeit bemerkte sie in etwa 60 m Entfernung einen Luchs, der ihr langsam folgte, aber stets den Abstand einhielt. Als sie stehen blieb, setzte sich das Tier auf den Weg und schaute interessiert zu Hund und „Frauchen“. Schließlich verschwand es in aller Ruhe im Unterholz. Dabei gelangen ein Video und etliche Fotos.


 

Der historische Weg verläuft entlang der heutigen Landesgrenze zu Hessen. Die Begegnung korrespondiert denn auch mit kontinuierlichen Luchsnachweisen im benachbarten Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Bereits im Sommer 2017 war in dem Waldgebiet bei Gerstungen ein Luchs fotografiert worden, der einen Hochsitz als Ausguck für die Jagd genutzt hatte. Der erste Nachweis im westlichen Thüringen. Mitte Januar 2018 lief auch im 30 km entfernten Nationalpark Hainich ein Luchs in eine Fotofalle. Dort hatte man seit Jahren Fährten und Risse gefunden, aber das Tier nie nachweisen können.

Der Luchs in den Landkreisen

Die „veralteten“ Beiträge der aktuellen Seite wurden früher nur intern archiviert. Wir machen sie nun nach und nach auf unseren Landkreis-Seiten zugänglich. Dort wurden mittlerweile die interessantesten Luchshinweise aus acht Kreisen und einem Stadtgebiet zusammengestellt und aktualisiert.

Faltblatt als Download

Das Faltblatt „Der Luchs ist zurück in Hessen“ (pdf·1 MB), das das Umweltministerium in Zusammenarbeit mit dem AK Hessenluchs herausgegeben hat, steht nun auch als Download im Netz. Es enthält einen kurzen „Steckbrief“ des Luchses und beantwortet die häufige Frage nach der Gefährlichkeit der Tiere für Menschen und Hunde. Thema ist auch die Perspektive des bislang kleinen, hessischen Luchsbestands.


Weiter finden Sie auf den Seiten des Arbeitskreises Hessenluchs:


Luchs in Überwachungskamera

  • Die Telefonnummern der Luchsbeauftragten in Ihrem Landkreis, die Ihre Luchsbeobachtung (Sichtung, Rissfund, Fährte, Ruf) gerne entgegennehmen und ein offenes Ohr für Ihre Fragen zum Thema Luchs haben.
  • Unser virtuelles Merkblatt Luchsspuren hilft bei der Identifikation von Luchsnachweisen aller Art.
  • Unter dem Stichwort Der Luchs finden Sie einen Rückblick auf die Einwanderung der Luchse in unser Bundesland und wichtige Daten zu ihrer Biologie.
  • Die jährlichen Luchsberichte (pdf·1,6 M) dokumentieren die neuere Entwicklung.
  • Außerdem bieten wir ausgewählte Artikel aus der Presse zum Thema „Luchs in Hessen“
  • und kündigen interessante Luchs-Veranstaltungen an.
  • Auch die Wölfe finden bei uns ein Refugium. Wir haben die Beobachtungen in Hessen zusammengestellt.
  • Auf der Seite „Über uns“ erfahren Sie, wer hinter dem „Arbeitskreis Hessenluchs“ steckt.

 

Video rechts:
Ende September 2005 lief bei Marburg ein Luchs durch den Aufnahmebereich einer Überwachungskamera.

Mobile Fotofallen sind einsatzbereit

Luchs in Fotofalle in Hessen / Schwalm-Eder-Kreis
Schnappschuss mit Selbstauslöser
(zum Vergrößern klicken)

Der Arbeitskreis verfügt über mobile Fotofallen, die im Werra-Meißner-Kreis und im Rhein-Main-Gebiet „stationiert“ sind. Sie sind jederzeit einsatzbereit, wenn aus irgend einem Teil Hessens ein gerissenes Wild- oder Nutztier gemeldet wird, das von einem Luchs erbeutet wurde. Wichtig ist, dass das gerissene Tier dann unberührt am Fundort verbleibt und möglichst rasch ein für den Landkreis zuständiger Luchsbeauftragter informiert wird. Da der Luchs in der Regel mehrfach zu seiner Beute zurückkehrt, sind die Chancen gut, dass er dabei die Fotofalle auslöst. Wir installieren die Spezialkamera stets in Absprache mit dem Jagdausübungsberechtigten. Bei Nutztieren (Schafe, Ziegen, Gatterwild) wird natürlich der Besitzer hinzugezogen.

Rückblick: Die vergangenen Monate

Jäger filmt Luchs im Knüll

In diesen Tagen erreichte uns das Videomaterial eines holländischen Jägers, das einen Luchs im nördlichen Knüll dokumentiert. Ende November 2017 war das Tier bei einer Bewegungsjagd nahe Niederbeisheim (Schwalm-Eder-Kreis) an zwei Standschützen vorbei gelaufen.


 

Die Aufnahme mit einem Mobiltelefon gelang aus etwa 60 m Entfernung. Der erste Beleg im südlichen Landkreis seit langer Zeit. In den letzten Jahren konnten nur im Untersuchungsgebiet des Kamera-Monitorings im Nordosten des Kreises Luchse nachgewiesen werden.

Totfund bei Bad Hersfeld

Mitte November 2017 bemerkte der Fahrer eines Holztransporters an der A4 bei Bad Hersfeld einen toten Luchs und informierte das dortige Forstamt. Die Naturschutzabteilung des RP Kassel untersuchte daraufhin den Fundort und barg das Tier, das mutmaßlich überfahren worden war.

Fellmustervergleiche mit Fotos aus dem Kamera-Monitoring ergaben bald, dass der Kuder noch nie in Hessen dokumentiert wurde. Schließlich identifizierten die Wildtiergenetiker des Forschungsinstituts Senckenberg anhand von Genproben den Luchs „LL131m“, der bereits Ende Januar 2017 in Niedersachsen nachgewiesen worden war. Man fand damals sein Genprofil an sieben toten Kamerunschafen, die er bei Bevern-Lobach gerissen hatte. Von dort bis Bad Hersfeld sind es etwa 110 km Luftlinie.

Der Unfalltod von „LL131m“ an der A4 ist wahrscheinlich, aber noch nicht bewiesen, da die Obduktion des Tieres noch aussteht. Erst dann können Schussverletzungen oder Krankheiten als Todesursache ausgeschlossen werden.

Nutztiere im Odenwald von Wolf gerissen

Im November 2017 wurden auf einer Weide bei Hesseneck-Kailbach (Odenwaldkreis) sieben gerissene Schafe gefunden. Fünf weitere Tiere waren verletzt. Pfotenabdrücke und Bissspuren belegten einen großen Caniden, der die Herde mit 230 Schafen attackiert hatte. Die Spurenlage ließ offen, ob ein Wolf oder ein streunender Hund als „Täter“ in Frage kam. Nach Auswertung der Genproben hat das Forschungsinstitut Senckenberg mittlerweile einen Wolf bestätigt, der aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation stammt. Das Tier ist also aus den deutschen Wolfsgebieten oder aus Westpolen zugewandert.

Wenige Tage zuvor waren bereits im 15 km entfernten Mossautal-Hüttenthal eine Ziege und ein Schaf gerissen worden. Ihr Halter gab an, auf der Weide ein „wolfsähnliches Tier“ gesehen zu haben. Auch hier wurden Genuntersuchungen veranlasst, die den Wolfsverdacht inzwischen bestätigt haben.
Am 20. November wurden dann auf einer Weide bei Erbach-Lauerbach vier weitere Schafe entdeckt, die durch einen Kehlbiss verendet waren. Dort wurde ebenfalls ein Wolf genetisch nachgewiesen. Von Hüttenthal nach Lauerbach sind es nur 5 km Luftlinie. Es liegt nahe, dass es sich an allen drei Orten um dasselbe Tier gehandelt hat. Dass dieser Wolf jenes Tier ist, das Anfang September bei Wald-Michelbach fotografiert wurde, scheint plausibel. Doch Beweise gibt es dafür nicht.

In Kailbach wie in Hüttenthal hatte man die Weiden nur an drei Seiten mit Elektrozäunen gesichert. Die jeweils angrenzenden Bäche waren ohne Zaun. Eine Einladung an alle Fressfeinde und an Hunde, die ihren Jagdtrieb ausleben wollen. Auch die kleine Herde bei Lauerbach war nicht wirksam geschützt. Aktuelle Vorfälle in der Lausitz und in Niedersachsen belegen, dass Wölfe erst durch unzureichende Zäune lernen, dass Weidetiere leichte Beute sind. So konditionieren verantwortungslose Tierhalter die großen Beutegreifer auf Schafe, Ziegen und neuerdings auch auf Rinder.

Dieser nachlässige Herdenschutz verstößt zudem gegen §3 der „Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere“, der den Halter verpflichtet, seine Tiere vor Beutegreifern zu sichern. Zumal bereits seit September bekannt ist, dass im Odenwald ein Wolf nachgewiesen wurde.

Die Pressemitteilung des Umweltministeriums finden Sie hier.

Luchsnachweis im bayerischen Spessart

Im angrenzenden Unterfranken ist erstmals seit zwei Jahren wieder ein Luchs bestätigt worden. Das Tier wurde Anfang Oktober 2017 von einer Fotofalle im bayerischen Teil des Spessarts dokumentiert. Der Aufnahmeort liegt nur 15 km von der hessischen Grenze entfernt.

Das Foto vom 9. Oktober wurde bei der Auswertung einer Wildkamera entdeckt, die ein Jäger an einer Lockfütterung für Wildschweine installiert hat. Das bayerische Landesamt für Umwelt geht davon aus, dass der im Main-Spessart-Kreis aufgenommene Luchs nicht mit den Tieren der ostbayerischen Population verwandt ist. Darauf deute das längere Fell mit dem wenig ausgeprägten Fleckenmuster hin.

In Unterfranken gab es bereits im Oktober 2015 den ersten Fotonachweis eines Luchses – damals in der Schwarzen Rhön. Im Landkreis Bad Kissingen wurde zudem zwischen November 2015 und April 2016 nach Rissen in Damwild-Gehegen mehrfach ein Luchs durch genetische Proben nachgewiesen, der der Harz-Population zugeordnet werden konnte. Ob es sich bei dem aktuell im Spessart fotografierten Tier um denselben Luchs handelt, ist nicht zu klären, da von diesem Tier bislang kein Gen-Profil vorliegt.


 

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