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Aussehen und Lebensweise

Der Luchs in Hessen ist ein eher unbekanntes Wesen. Wir kennen bislang nur die Orte an denen er gesehen wurde. Wir haben seine Fährte und seine Beutetiere gefunden. Wir wissen aber nicht, wie viele Tiere im Land unterwegs sind und woher sie kommen. Wir wissen auch nicht, inwieweit sich ihre Lebensraum-Ansprüche an unsere Kulturlandschaft angepasst haben. Etwa, ob die großen Verkehrswege für sie noch ein Problem sind, oder ob sie sich längst mit ihnen arrangiert haben. Unbekannt sind auch ihre Reviergrößen in Hessen, die je nach Beutedichte variieren können. All dies könnte nur ein langfristig angelegtes Forschungsprojekt klären. Einzelne Tiere müssten dafür eingefangen, untersucht und mit Sendern ausgestattet werden. Ein kostenträchtiges Unternehmen, das nur vom Land in Angriff genommen werden könnte, aber nicht in Aussicht steht.

Die folgenden Informationen zur Biologie des Luchses sind deshalb nicht durch Feldforschung vor Ort gewonnen. Wir können sie nur der Literatur entnehmen, ohne beurteilen zu können, inwieweit sie auf Hessen übertragbar sind.

Die Wildbiologen ermittelten eine Schulterhöhe von 50 bis 70 cm und ein Gewicht zwischen 17 und 30 kg. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 80 bis 120 cm. Weibliche Tiere sind (etwa 20 Prozent) kleiner als die Männchen. Damit hat der Luchs in etwa die Statur eines Rehs oder eines Schäferhundes.

Luchse sind Einzelgänger. Die Reviergröße hängt von der Anzahl der Beutetiere ab und variiert beim Kuder zwischen 12 000 und 40 000 ha, bei der Luchsin zwischen 10 000 und 15 000 ha. Das Revier eines Männchens kann sich an den Rändern mit den Territorien mehrerer Weibchen überschneiden. Das macht den Raumbedarf unübersichtlich. Rechnerisch wird daher meist von einem Luchs auf 10 000 ha (100 Quadratkilometer) ausgegangen.

Neuere Forschungen belegen, dass der Luchs weitaus anpassungsfähiger ist als bislang angenommen. So bejagt er in Ostdeutschland durchaus auch offene Areale und entfernt sich kilometerweit von jenen "weiträumigen Wäldern", mit denen er sonst immer verbunden wird. In Skandinavien wurden sogar "Stadtrand-Luchse" beobachtet.

Die Ranzzeit der Luchse liegt je nach Region zwischen Februar und April. Die Tragzeit beträgt zwischen 67 und 74 Tagen. Im Mai und Juni werden dann zwischen einem und fünf Junge gesetzt. Auch dies hängt vom Nahrungsangebot ab.

Der Luchs ist reiner Fleischfresser. Seine wichtigste Nahrung sind Rehe, gelegentlich auch schwache Rotwild-Kälber, in den Alpen auch Gämsen. Er erbeutet zwischen 50 und 60 Paarhufer im Jahr - also etwa ein Beutetier in der Woche.

In den Alpen reißt er relativ selten Nutztiere wie Schafe und Ziegen. Von Hunden bewachte Herden und die Haltung in Siedlungsnähe gelten als sicher.

Der Luchs ist nicht gefährlich. Menschen geht er aus dem Weg.
Auch Hunde werden in der Regel gemieden. Gerät ein Luchs allerdings auf der Flucht vor einem Hund in eine ausweglose Situation, wird er sich dem Verfolger stellen. Das gilt auch, wenn Jungluchse in Gefahr sind oder der Riss verteidigt werden muss.

nach: Hofrichter/Berger, Der Luchs. Rückkehr auf leisen Pfoten, Graz/Stuttgart 2004 / ÖJV-Workshop Luchs, Wetzlar 2004

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