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Der Luchs im Schwalm-Eder-Kreis (Teil 1)

 

Luchsbeauftragte im Schwalm-Eder-Kreis
Schwalm-Eder-Kreis

Haben Sie einen Luchs gesehen, eine „verdächtige“ Fährte entdeckt, ein gerissenes Wild- oder Nutztier gefunden? – Dann informieren Sie bitte einen Luchsbeauftragten in Ihrem Landkreis:

  • Peter Bachmann: 0171 – 514 94 42
  • Juliane Bieling: 06695 – 96 13 25, Mobil: 0160 – 533 99 18
  • Markus Schönmüller: 05621 – 7 13 81
  • Jan Stetter: 0160 – 470 83 62, tagsüber: 05661 – 737 80

Mehr Informationen auf der Seite Luchshinweise melden.

Der erste Fotofallen-Nachweis

Im Januar 2010 lief im Riedforst ein Luchs in eine Fotofalle. Der erste handfeste Beleg im Landkreis und die Premiere einer Sensor-Kamera in Hessen. Die Fotofalle war im Rahmen einer Forschungsarbeit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Göttingen (HAWK) installiert worden.

Das wissenschaftliche Interesse galt eigentlich der Wildkatze, für die an etlichen Stellen im Wald „Lockstöcke“ mit Baldrian präpariert waren.

Der Luchs kam an Lockstock und Kamera nur zufällig vorbei. Er berührte den Duftpfahl nicht. Der Baldrian hat ihn offenbar nicht interessiert.

Ganz anders die Wildkatze auf dem zweiten Foto, die augenscheinlich am „Stock ihrer Träume“ angekommen war. Auch sie kam im Zuge des Forschungsprojektes in den Blickwinkel einer Fotofalle.

Harzluchs M2 jagt auch im Landkreis

Im Laufe des Jahres 2010 wurde auch der besenderte Harzluchs M2 mehrfach im Riedforst gesehen. Ende März begegnete er im Wald bei Kehrenbach einem Spaziergänger, dem er sich bis auf 15 Meter näherte. Der Beobachter berichtet, in dieser Situation habe er M2 mit ruhiger Stimme angesprochen. Der Luchs habe eine Weile „zugehört“ und sei dann in aller Ruhe seiner Wege gegangen. Aus dieser kurzen Distanz sei das Sendehalsband nicht zu übersehen gewesen.

Die Begegnung bei Kehrenbach machte deutlich, dass ein wildlebender Luchs keineswegs scheu sein muss. Zumindest einzelne Tiere entscheiden offenbar ganz individuell, ob sie sich dem Menschen zeigen oder nicht.

Das schwarze Band ist auch auf den Fotografien zu erkennen, die im Mai 2010 bei Söhrewald (Landkreis Kassel) gelangen. Die Reichweite der Kamera wurde durch ein vorgehaltenes Fernglas verstärkt.


M2 ist ein männlicher Luchs, der im Nationalpark Harz mit einem Sender versehen worden war. Ende November 2009 war er nach Hessen eingewandert. M2 jagte im Riedforst, in der Söhre und im Kaufunger Wald. Sein Streifgebiet lag also sowohl im Schwalm-Eder-Kreis als auch im Landkreis Kassel und im Werra-Meißner-Kreis.

Die Vorgeschichte

Ungefähre Route von M2 April–Dezember 2009
Ungefähre Route von M2 April–Dezember 2009
(zum Vergrößern klicken)

Im November 2008 wurde auf einer Bundesstraße bei Seesen/Harz eine führende Luchsin von einem Fahrzeug erfasst und getötet. Drei der insgesamt vier Jungtiere überlebten den Unfall. Sie hielten sich einige Wochen in der Nähe des Unfallortes auf. Zwei Jungtiere konnten schließlich von Mitarbeitern des Luchsprojektes Nationalpark Harz eingefangen werden. Sie wurden in einem abgeschirmten Gatter im Nationalpark untergebracht und dort auf ihre Auswilderung vorbereitet. Das männliche Tier erhielt den Namen M2, das Weibchen wurde F1 genannt. Vor ihrer Freilassung im April 2009 wurde M2 mit einem GPS-Halsband versehen, F1 erhielt ein herkömmliches VHF-Sendehalsband. Zurück in der freien Wildbahn gingen die beiden Luchse getrennte Wege. Während F1 den nördlichen Harz durchstreifte, verließ M2 das Mittelgebirge, durchquerte das nordwestliche Eichsfeld (Thüringen) und wanderte schließlich nach Hessen weiter.

Zwischen dem Ausgangspunkt bei Bad Harzburg und seinem hessischen Streifgebiet südlich von Kassel liegen mehr als 100 km Luftlinie.

Weitere Informationen zu den Wanderbewegungen der Harzluchse finden sich auf der Website des Nationalparks.

M2 ist im Riedforst nicht allein

Der Halsband-Sender von M2 stellte in der ersten Februarwoche des Jahres 2010 den Betrieb ein. Seine Akkus waren verbraucht. Bis dahin konnte der „Nahbereich“ von M2 mit Hilfe seiner GPS-Daten mehrmals aufgesucht werden. Man fand seine Fährte im Schnee. Dabei zeigte sich, dass das Luchsmännchen die Ranzzeit nicht alleine verbracht hatte. Neben den Trittsiegeln von M2 verlief eine zweite Fährte, deren Abdrücke etwas zierlicher waren. Vermutlich hatte er eine Gefährtin gefunden.

Zudem traf im Juli 2010 ein Jäger bei Felsberg auf einen Luchs. Das Tier war nur 50 m entfernt, verschwand aber sofort. Pinselohren und Stummelschwanz wurden erkannt. Der Ort der Beobachtung liegt nicht weit vom Streifgebiet des Harzluchses M2. Aber der war es nicht. Der gesichtete Luchs trug kein Sendehalsband.

Dackel scheucht Luchs

Luchs auf einem Hochsitz (Foto: Carsten Mangold)
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Im November 2010 wurde bei einer Bewegungsjagd des Forstamtes Melsungen ein Luchs von einem Dackel derartig genervt, dass er sich auf eine Jagdkanzel zurückzog.

Der Hundeführer war den Spurlauten seines Kurzbeiners gefolgt und sah dann im Innern des Hochsitzes eine Kontur, die er zunächst für einen Jäger hielt. Er machte sich daraufhin laut bemerkbar, was wenig später den Luchs das Weite suchen ließ. Zuvor gelangen aber noch Fotos mit einem Mobiltelefon. In der Nähe sah dann kurz darauf ein weiterer Jäger einen Luchs mit Sendehalsband. Also mutmaßlich den Harzluchs M2. Es liegt daher nahe, dass es sich bei dem fotogenen „Hochsitz-Luchs“ ebenfalls um den eingewanderten Kuder gehandelt hat. Mehr zum Thema finden Sie unter Harzluchs M2.

Video belegt erstmals Luchsnachwuchs in Hessen

Ebenfalls im November 2010 konnte in einem Waldgebiet bei Melsungen eine Luchsin und ein fast erwachsenes Jungtier mit einer Video-Kamera gefilmt werden. Jungluchse werden in Hessen seit 2003 kontinuierlich gemeldet. Doch Sichtungen sind nicht zu beweisen und können deshalb nur als „Hinweis“ gelten. Mit den Video-Aufnahmen war nun zum ersten Mal ein handfester Nachweis gelungen. Da es eher unwahrscheinlich ist, dass die Luchsin als trächtiges Tier aus einem Tierpark entkam, lag der Schluss nahe, dass sich hessische Luchse „in freier Wildbahn“ vermehren. Der Ort der Aufnahmen wurde überprüft. Damit war ausgeschlossen, dass die Bilddokumente aus einem weiträumigen Luchsgatter stammten.

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