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Der Luchs im Werra-Meißner-Kreis (Teil 1)

 

Luchsbeauftragte im Werra-Meißner-Kreis
Werra-Meißner-Kreis

Haben Sie einen Luchs gesehen, eine „verdächtige“ Fährte entdeckt, ein gerissenes Wild- oder Nutztier gefunden? – Dann informieren Sie bitte einen Luchsbeauftragten in Ihrem Landkreis:

  • Stephan Boschen: 05654 – 98 72 80, Mobil: 0172 – 900 03 64
  • Gerhard Scholz: 05542 – 22 28, Mobil: 0160 – 534 08 86

Mehr Informationen auf der Seite Luchshinweise melden.

Die ersten Luchsmeldungen in Hessen

In den neunziger Jahren gab es bereits gelegentliche Luchs-Beobachtungen im südlichen Kreisgebiet. Ab September 1999 häuften sich dann die Sichtungen im Ringgau. Die Anwesenheit der großen Katze in den Wäldern um Herleshausen wird seither immer wieder bestätigt. Es ist durchaus denkbar, dass es sich um mehrere Tiere handelt. Spaziergänger wollen 2003 sogar eine Luchsin mit Nachwuchs gesehen haben.

Drei Haare auf einem Hochsitz

Im Januar 2011 gelang in Hessen zum ersten Mal der genetische Nachweis eines Luchses. Das Tier hatte bei Hessisch Lichtenau einen Hochsitz (weidgerecht) zur Wildbeobachtung genutzt und war dann einem verdutzten Jäger auf der Leiter entgegen gekommen. Auf der Kanzel entdeckte der aufmerksame Weidmann insgesamt drei Haare. Eines erwies sich recht schnell als Wildschweinborste. Die beiden anderen wurden später vom Forschungsinstitut Senckenberg als Luchshaare bestätigt.

Fotofallen-Monitoring mit langem Atem

Im Mai 2011 begann auch im Forstamtsbereich Hessisch Lichtenau ein „aktives Monitoring“ mit Fotofallen. 10 Kameras wurden vom BUND Hessen bereitgestellt, 10 weitere steuerte später der NABU Hessen bei. So konnten zunächst etliche Wildkatzen dokumentiert werden. Luchse wurden in der Region zwar immer wieder gesehen, blieben aber lange Zeit kamerascheu.

Im Sommer 2012 zog der NABU seine Kameras ab. Das Forstamt erwarb daraufhin eigene Fotofallen und brachte sie im nördlichen Landkreis aus. Damit waren insgesamt 18 Sensor-Kameras installiert. Sie sollen auch künftig in der Fläche bleiben. Das Foto-Monitoring wird von einem Forstbeamten betreut, der speziell für den Naturschutz zuständig ist. Er ist auch Luchsbeauftragter von Hessenluchs.

Erste Nachweise im Herbst 2012

Im September und November 2012 zahlte sich dann der lange Atem aus: an zwei Standorten im westlichen Kreisgebiet lief ein Luchs durch den Sensorbereich der Kameras. Die ersten Fotonachweise im Landkreis.

Die beiden Aufnahmen sind in unserem Fotofallenbericht 2012 (pdf·1 MB) und seinem Anhang (pdf·1,9 MB) näher beschrieben. Der Bericht wurde im Februar 2013 veröffentlicht.

Luchse besuchen Waldarbeiter

Im September 2012 wurde beim Holzeinschlag im Wald bei Hessisch Lichtenau eine Luchsin beobachtet, die zwei Jungtiere bei sich hatte. Die Gruppe ließ sich von den Motorsägen nicht stören. Sie wich nicht vom Platz und beobachtete unaufgeregt die Fällarbeiten. Lediglich wenn ihre Sicherheitsdistanz unterschritten wurde, begann die Mutter dezent zu fauchen. Als die Waldarbeiter den Einschlagplatz verließen, blieb die Luchsfamilie einsam zurück.

Authentische Fährten

Im Erfassungszeitraum 2011/2012 konnten in ganz Hessen nur vier Luchsfährten bestätigt werden. Drei wurden im nördlichen Kreisgebiet dokumentiert. Sie wurden als C2-Meldungen an das Bundesamt für Naturschutz weitergeleitet. Die erste Fährte wurde Ende Dezember 2011 entdeckt, die beiden anderen im zeitigen Frühjahr 2012 – allesamt während einer längeren Schneeperiode.

Weitere Informationen zum Spurenlesen finden Sie in unserem Merkblatt Luchsspuren…

Luchs-Pfotenabdruck (linker Tritt) am 22. Dezember 2011 – Länge des als Maßstab beigelegten Stocks: 18 cm. (Foto: Ralf Meusel/Hessen Forst) Windwurffläche am 22. Dezember 2011, Fährte ist rechts im Vordergrund. (Foto: Ralf Meusel/Hessen Forst) Luchs-Vorderpfoten-Trittsiegel im Werra-Meißner-Kreis am 26. Januar 2012 (Foto: Ralf Meusel/Hessen Forst) rechtes Luchs-Trittsiegel im Werra-Meißner-Kreis am 29. Januar 2012 (Foto: Ralf Meusel/Hessen Forst) Luchs-Fährte im Werra-Meißner-Kreis am 29. Januar 2012 (Foto: Ralf Meusel/Hessen Forst)

Luchsnachwuchs im Werra-Meißner-Kreis belegt

Im Januar 2013 gelangen südlich von Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) etliche Aufnahmen einer Luchsgruppe. Ein Forstwirt entdeckte die fünf Tiere, als sie nur 30 m entfernt aus dem Unterholz kamen und dann auf einer Rückegasse in aller Ruhe von ihm wegzogen. Die Fotos mit dem Mobiltelefon zeigen die Luchse bereits in größerer Entfernung. Der Waldarbeiter beschrieb zwei Tiere als etwas größer als die anderen. Möglicherweise hatte sich zu Beginn der Ranzzeit ein Kuder zu einer Luchsin mit drei Jungen gesellt. Der erste Nachweis von Luchsnachwuchs im Kreisgebiet.

Luchsgruppe im Werra-Meißner-Kreis (Handy-Foto: Klaus Schumacher) Luchsgruppe im Werra-Meißner-Kreis (Handy-Foto: Klaus Schumacher) Luchsgruppe im Werra-Meißner-Kreis (Handy-Foto: Klaus Schumacher)


Ende Januar konnte erneut bei Hessisch Lichtenau ein Luchs dokumentiert werden. Die Fotos entstanden auf einem Waldweg, der etwa 6 km Luftlinie vom Ort der Luchsgruppe entfernt verläuft. Geknipst hat sie eine Hundehalterin, nachdem ihr freilaufender Ridgeback mit der großen Katze in Streit geraten war. Der Hund ließ sich zurückrufen. Er hatte an Nase und Hinterlauf einige Kratzer abbekommen. Als der Luchs sich dann ohne Hast entfernte, machte die Hundehalterin die Aufnahmen mit ihrem Mobiltelefon.


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